Dinge, die das Gebet ungültig machen

Frage (Nr. 87749 auf IslamQA.com/en):

Gibt es eine bestimmte Anzahl an Dingen, die das Gebet ungültig machen?

Antwort:

Alles Lob gebührt Allāh.

Die Dinge, die das Gebet ungültig machen, sind bekannt, doch ihre Anzahl unterscheidet sich gemäß den Unterschieden der Fuqahā’. Sie lauten wie folgt:

  • Was den Wudū’ ungültig macht, wie das Ablassen von Wind oder der Verzehr von Kamelfleisch.

  • Das absichtliche Entblößen der `Aurah. Doch wenn sie versehentlich entblößt wird und das Entblößte nur wenig ist oder wenn viel entblößt wird, aber der Betende es sofort wieder bedeckt, dann ist das Gebet nicht ungültig.

  • Sich in großem Maße von der Qiblah abwenden.

  • Das Vorhandensein von Najāsah (Unreinheit) auf dem Körper oder der Kleidung oder am Gebetsplatz. Wenn der Betende dies bemerkt oder sich während des Gebets daran erinnert und es sofort beseitigt, dann ist das Gebet gültig. Ebenso ist es, wenn er es nicht bemerkte bis das Gebet vorüber ist, dann ist sein Gebet ebenfalls gültig.

  • Übermäßige, ständige Bewegung während des Gebets ohne notwendigen Grund.

  • Das Auslassen einer der Säulen (der notwendigen Bestandteile) des Gebets, wie das Verbeugen und die Niederwerfung.

  • Das absichtliche Verrichten einer zusätzlichen Säulen, wie eine Verbeugung.

  • Das absichtliche Verrichten einiger Säulen vor anderen.

  • Das absichtliche Sagen des Salām vor der Vervollständigung des Gebets.

  • Die absichtliche Änderung der Bedeutung während der Rezitation.

  • Das absichtliche Auslassen eines der obligatorischen Teile des Gebets, wie z. B. des ersten Taschahhud. Doch wenn jemand es vergisst, ist sein Gebet weiterhin gültig, er muss aber die Niederwerfung des Vergessens (Sujūd al-Sahw) vollziehen.

  • Sich dazu zu entscheiden, das Gebet zu stoppen.

  • Lautes Auflachen, während simples Lächeln das Gebet nicht ungültig macht.

  • Absichtliches Sprechen, wenn jemand aber versehentlich spricht oder aus Unwissenheit über dieses Regel, ist sein Gebet nicht ungültig.

  • Essen und Trinken.

Siehe Dalīl al-Tālib li Nayl al-Matālib von Scheikh Mar`i ibn Yūsuf al-Hanbali (S. 34) und Durūs Muhimmah von Scheikh ibn Bāz.

Und Allāh weiß es am besten.

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Kurze Suwar (Sing. Surah) zum auswendig lernen

بسم الله الرحمن الرحيم

Es Folgen nun einige kleine Suwar (Sing. Surah/-Kapitel) aus dem edlen Qur’aan mit Transkription, die man für das  Gebet benutzen kann. Ich möchte noch erwähnen, dass das Lernen von kleinen Suwar aus dem Qur’aan mit der Transkription eine Ausnahme darstellen sollte und dies nur jene benutzen sollten, die dabei sind das Gebet zu erlernen oder noch nicht Arabisch lesen können. Wenn man die Suwar mit lateinischen Buchstaben erlernt, besteht immer  eine Gefahr viele Fehler bei der Aussprache zu machen. Daher habe ich auch unter jedem Vers eine MP3-Audiodatei eingebettet, in der ein Qari’ (Rezitator) die Rezitation wiedergibt (al-Qari’ Schaykh ‘Ali al-Hudhaify). Auf diese Weise kann man versuchen sich die richtige Aussprache anzueignen.

Surah 1 al-Fatiha: Die Eröffnende

{Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen [1:1] Alles Lob gebührt Allah, dem Herrn der Welten , [1:2] dem Allerbarmer, dem Barmherzigen, [1:3] dem Herrscher am Tage des Gerichts! [1:4] Dir (allein) dienen wir, und Dich (allein) bitten wir um Hilfe. [1:5] Führe uns den geraden Weg , [1:6] den Weg derer, denen Du Gnade erwiesen hast, nicht (den Weg) derer, die (Deinen) Zorn erregt haben, und nicht (den Weg) der Irregehenden. [1:7]}

Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen [1:1]

Bismillähi-r-rahmäni-r-rahiem

Alles Lob gebührt Allah, dem Herrn der Welten , [1:2]

Älhamdu-lillähi rabbil ‘alämien.

dem Allerbarmer, dem Barmherzigen , [1:3]

Ar-Rahmänirrahiem.

dem Herrscher am Tage des Gerichts! [1:4]

Mäliki Yäumid-dien.

Dir (allein) dienen wir, und Dich (allein) bitten wir um Hilfe. [1:5]

Iyyäkä na’budu wä iyyäkä nästä’ien.

Führe uns den geraden Weg , [1:6]

Ihdinäs-siratal-Mustaqiem.

den Weg derer, denen Du Gnade erwiesen hast, nicht (den Weg) derer, die (Deinen) Zorn erregt haben, und nicht (den Weg) der Irregehenden. [1:7]

Siratal-ladhi-nä än’amtä ‘aläihim. Ghairil-mäghdubi ‘aläihim, wälad-dal-liin.

Surah 112 al-Ikhlaas: Die Aufrichtigkeit

{Sprich: „Er ist Allah, ein Einziger , [112:1] Allah, der Absolute (Ewige Unabhängige, von Dem alles abhängt). [112:2] Er zeugt nicht und ist nicht gezeugt worden , [112:3] und Ihm ebenbürtig ist keiner.“ [112:4]}

Sprich: „Er ist Allah, ein Einziger , [112:1]

Qul Huwal-lahu Ähade.

Allah, der Absolute (Ewige Unabhängige, von Dem alles abhängt). [112:2]

Allahus-Samäde.

Er zeugt nicht und ist nicht gezeugt worden , [112:3]

Läm yälide, wä läm yu-läde.

und Ihm ebenbürtig ist keiner.“ [112:4]

Wä läm yäkul-lähu, kufu-wän Ähäde.

Surah 114 al-Falaq: Das Frühlicht

{Sprich: „Ich nehme meine Zuflucht beim Herrn des Frühlichts [113:1] vor dem Übel dessen, was Er erschaffen hat , [113:2] und vor dem Übel der Dunkelheit, wenn sie hereinbricht , [113:3] und vor dem Übel der Knotenanbläserinnen [113:4] und vor dem Übel eines (jeden) Neiders, wenn er neidet.“ [113:5]}

Sprich: „Ich nehme meine Zuflucht beim Herrn des Frühlichts [113:1]

Qul ä’udhu birab-bil fäläqe.

vor dem Übel dessen, was Er erschaffen hat , [113:2]

Min schar-ri mä khaläqe.

und vor dem Übel der Dunkelheit, wenn sie hereinbricht , [113:3]

Wä min schar-ri ghaasiqin idhä wäqabe.

und vor dem Übel der Knotenanbläserinnen [113:4]

Wä min schar-rin-näf-fäthäti fil-‚uqade.

und vor dem Übel eines (jeden) Neiders, wenn er neidet.“ [113:5]

Wa min schar-ri haasidin idhä hasäde.

Surah 114 an-Nas: Die Menschen

{Sprich: „Ich nehme meine Zuflucht beim Herrn der Menschen , [114:1]
dem König der Menschen , [114:2] dem Gott der Menschen [114:3] vor dem Übel des Einflüsterers, der entweicht und wiederkehrt , [114:4] der den Menschen in die Brust einflüstert , [114:5] (sei dieser) von den Dschinn oder den Menschen.[114:6]}

Sprich: „Ich nehme meine Zuflucht beim Herrn der Menschen , [114:1]

Qul ä’udhu bir-rabin-näs.

dem König der Menschen , [114:2]

Mälikin-näs.

dem Gott der Menschen [114:3]

Ilähin-näs.

vor dem Übel des Einflüsterers, der entweicht und wiederkehrt , [114:4]

Min schär-ril-wäswäsi-l khan-näs.

der den Menschen in die Brust einflüstert , [114:5]

Äl-lädhi yu-wäswisu fi sudurin-näs.

(sei dieser) von den Dschinn oder den Menschen.[114:6]

Minäl-dschin-näti wän-näs.

Die Suurat (ebenso Pl. von Surah) al-Ikhlas, al-Falaq und an-Nas sind unter dem Namen “Schutzsuren” bzw. “Schutz-Suwaar” bekannt, denn sie sind nicht nur für das Gebet verwendbar, sondern auch als Schutz vor Dschinn (Geisterwesen, siehe hierzu Surah al-Dschinn im Qur’aan). Die drei folgenden Suwaar sollten einmal nach dem Dhuhur-, dem ‘Asr- und dem Ischa-Gebet rezitiert werden und dreimal nach dem Fajr- und dem Maghrib-Gebet  (dies wurde bei Abu Dawud und an-Nasa’i überliefert).

In einer anderen Überlieferung (al-Bukhaari und Muslim) heißt es, dass man vor dem Schlafen gehen seine Handflächen zusammen tun soll, danach spuckt man (symbolisch) hinein und liest Surah al-Ikhlaas, Surah al-Falaq und Surah an-Nas. Danach streicht man mit den Händen so weit wie möglich über den Körper, beginnend mit dem Kopf und dem Gesicht und was man von seinem Körper erreichen kann. (Man tut dies dreimal).

Und Alles Lob gebührt Allah

Wie verrichtet man das Totengebet (al-Janaaza) – كيف أصلي الصلاة الجنازة

بسم الله الرحمن الرحيم

Vorwort:

Der Prophet – sall-llahu ‚alaihi wa salaam -sagte: ,,Ein Muslim hat einem anderen Muslim gegenüber fünf Pflichten, das sind: 1) Seinen Begräbniszug zu begleiten (…)“ (Al-Bukhari und Muslim) Und in einer anderen Überlieferung sagt er – sall-llahu ‚alaihi wa salaam: ,,Wer an einem Begräbnis teilnimmt, bis das Totengebet verrichtet worden ist, der wird mit einem Qirat belohnt. Und wer daran teilnimmt, bis die Beerdigung vollzogen worden ist, der wird mit zwei Qirat belohnt. Jemand fragte den Propheten: Wieviel sind zwei Qirat? Der Prophet erwiderte: Sie entsprechen zwei riesigen Bergen.“ (Sahih Muslim)

Was ist das Janaaza Gebet und Allgemeine Informationen

Das Janaaza (Pl. Janaa’iz) ist das Gebet, welches für den toten Muslim verrichtet wird. Es wird in der Regel in der Gemeinschaft gebetet und ist Fard al-Kifaya. Die Voraussetzungen für das Janaaza Gebet sind die gleichen wie für das normale Gebet.

In der Regel wird das Janaaza Gebet in der Masjid (Moschee) verrichtet, aber wenn man nicht in der Lage dazu ist, ist es erlaubt es auf dem Friedhof zu verrichten. (siehe auch hier)

Wie wird das Janaaza Gebet verrichtet?

Es wird ausschließlich im Stehen ohne Beugung oder Niederwerfung  verrichtet.

Während des Janaaza Gebet steht der Imaam (Vorbeter) beim (toten) Mann auf Brust-oder Kopfhöhe, bei der (toten) Frau steht der Imaam in der Mitte des Körpers.

Ablauf des Janaaza-Gebetes

Das Gebet besteht aus 4 Takbiraat, denn ‚Abdullah Ibn ‚Abbas – Allahs Wohlgefallen auf beiden – berichtete: ,,Der Gesandte Allahs – sall-llahu ‚alaihi wa  salaam -verrichtete das Totengebet an einem Grab, nachdem der Tote begraben worden war. Dabei sprach er viermal den Takbir.“ (Überliefert bei Sahih Muslim)

1) Als erstes sprichst du den Takbir (d.h. Allahu Akbar sagen) und hebst deine Hände dabei – während du sie wie beim Gebet verschränkst (Imaam beginnt mit dem Takbir)

2) Danach suchst du Zuflucht bei Allaah vor dem Shaytan, mit den folgenden Worten: ,,Ä’udubillähi minäsch-schäytaanir-radschim

3) Du sprichst die Basmalah (Bismillähir-r-rahmänir-rahiem sagen)

4) Du rezitierst Surah al-Fatihah

5) Dann sprichst du erneut den (zweiten) Takbir (Imaam beginnt mit dem Takbir)

6) Du sprichst Segenswünsche für den Propheten – sall-llahu ‚alaihi wa salaam – wie im letzten Teil des regulären Gebets beim Sitzen mit den Worten: „Allahumma salli ‚ala Muhammadin wa…“

7) Daraufhin wird erneut der (dritte) Takbir gesprochen (Imaam beginnt mit dem Takbir)

8) Du sprichst leise ein Bittgebet für den Toten, indem du für ihn um Vergebung, Schutz vor der Strafe im Grab und den Eintritt ins Paradies bittest. Hierzu gibt es überlieferte Bittgebete (Siehe auch Hisnul Muslim), wie z.B.:

Allaahummä ‚abduk wäbnu ämätikä ihtädschä ilä rahmätik. Wä äntä ghaniyyun ‚an ‚adhäbih. In känä muhsinän fasid fi hasänätih. Wä in känä musi’än fätädschä-wäs ‚anh

Falls man keines der überlieferten Bittgebeten auswendig kann, ist nichts Falsches daran, eine andere Du’a als die überlieferte aufzusagen.

9) Noch einmal wird der Takbir (das vierte mal) gesprochen (Imaam beginnt mit dem Takbir)

10) Man beendet das Gebet mit dem Taslim, der wie folgt lautet: ,,As-Sälämu ‚aläikum wä rahmatullah“ -Imam beginnt- (man kann einen einzigen Salam nach rechts sprechen oder normal nach rechts und dann nach links)

Das waren die Regeln und der Ablauf des Janaaza Gebet.

Und Alles Lob gebührt Allaah

Die Beschreibung der Ganzkörperwaschung

بسم الله الرحمن الرحيم

Vorwort:

Im Islaam unterscheidet man zwischen der großen Unreinheit und der kleinen Unreinheit. Für die Beseitigung der kleinen Unreinheit benötigt man nur die Gebetswaschung (al-Wudu’), während man für die große Unreinheit die Ganzkörperwaschung (al-Ghusl) vollziehen muss, um wieder die volle Reinheit zu erlangen. Allah, Der Erhabene sagt: {Und wenn ihr im Zustand der Unreinheit seid, dann reinigt euch} [5:6] Und Er sagt: {O die ihr glaubt, nähert euch nicht dem Gebet, während ihr trunken seid, bis ihr wisst, was ihr sagt, noch im Zustand der Unreinheit – es sei denn, ihr geht bloß vorbei -, bis ihr den ganzen (Körper) gewaschen habt} [4:43]

Der Prophet – (sallallaahu ‘alaihi wa sallam) – sagt: ,,Der Schlüssel des Gebet ist die Reinheit.” [Abu Dawud #56, Tirmidhi #3 und Ahmad #957. Schaykh al-Albaani sagt: Sahih] Und in einer anderen Überlieferung sagt der Prophet – (sallallaahu ‘alaihi wa sallam) -: ,,Allah akzeptiert kein Gebet ohne Reinheit.” [Sahih Muslim]

Wann ist die Ganzkörperwaschung verpflichtend und wann ist es Sunnah (erwünscht)?

Die Ganzkörperwaschung (Ghusl) ist verpflichtend:

  • Ejakulation bei Mann und Frau  (unabhängig davon ob es durch Beischlaf, ein Orgasmus oder im Schlaf – oder Wachzustand hervorgerufen wurde)
  • Geschlechtsverkehr (unabhängig vom Samenerguss)
  • nach dem Übetritt zum Islam
  • nach der Menstruation (Hayd)
  • nach dem Wochenbett (Nifaas)

Die Ganzkörperwaschung ist Sunnah (erwünscht):

  • am Freitag
  • nach der Totenwaschung
  • nach Ohnmacht

Beschreibung der Ganzkörperwaschung

Man unterscheidet zwischen zwei Arten der Ganzkörperwaschung: ,,Die akzeptable Ganzkörperwaschung” und “Die komplette Ganzkörperwaschung“.

Akeptable Ganzkörperwaschung:

Bei dieser Art der Ganzkörperwaschung werden nur die verpflichtenden/obligatorischen Teile des Ghusl berücksichtigt.

(1) Zuerst muss der Muslim seine Absicht für die Reinigung fassen.

(2) Dann muss das Wasser alle Körperteile erreichen.

(3) Anschließend wird der Mund und die Nase ausgespühlt.

Wenn eine Person das Wasser alle Teile seines Körpers erreichen lässt, durch welche Mittel auch immer, so hat er die große Unreinheit entfernt und sich ordnungsgemäß gereinigt, denn Allah sagt: {Wenn ihr euch im Zustand von Janaabah befindet (d.h. nach einem sexuellen Ausstoß), dann reinigt euch (badet euren gesamten Körper}[al-Maa’idah 5:6]

Komplette Ganzkörperwaschung

Die ,,komplette Ganzkörperwaschung” wird auf vollständige Art und Weise vollzogen, wie es der Prophet (sallallaahu ‘alaihi wa sallam) getan hat. (d.h. mit allen Sunnan dabei – Freiwilliges)

(1) Zuerst muss der Muslim seine Absicht für die Reinigung fassen.

(2) Dann wäscht man seine beiden Hände.

(3) Dann wäscht man (mit seiner linken Hand) den Intimbereich und alle Stellen, welche von der Janaabah (dem Geschlechtsverkehr, d.h. dem Sperma) betroffen sind.

(4) Dann vollzieht man die Gebetswaschung so, wie sie für das Gebet vollzogen wird.

(5) Daraufhin gießt man Wasser über die rechte Körperhälfte, dann über die linke Körperhälfte. Anschließend gießt man Wasser über den Kopf, sodass der gesamte Körper mit Wasser befeuchtet ist.

So wird der komplette Ghusl durchgeführt.

Es wird außerdem in der Sunnah berichtet, dass das Waschen der Füße (beim Wudu) bis zum Ende der Ganzkörperwaschung (Ghusl) hinausgezögert werden sollte. Es wurde von ‚A’ischa – (Radia-llaahu ‚anha) – berichtet, dass der Gesandte Allahs (sall-llaahu ‚alaihi wa sallam), wenn er Ghusl aufgrund von Janaabah vollzog (der Zustand nach dem Geschlechtsverkehr), (zuerst) seine Hände und dann seinen Intimbereich mit seiner linken Hand wusch. Anschließend vollzog er die Gebetswaschung, so wie er für das Gebet vollzogen wird. Als nächstes nahm er etwas Wasser und fuhr mit seinen Fingern durch seine Haarwurzeln, bis er insgesamt drei Hände voll Wasser für seinen Kopf verwendete. Dann fuhr er damit fort, Wasser über den Rest seines Körpers zu gießen und wusch seine Beine. (Sahih Muslim #479)

In der Überlieferung von Al-Bukhaari wird berichtet, dass er (sall-llaahu ‚alaihi wa sallam) sich dann abwandte und seine Beine wusch.

Anmerkung: Man kann, muss aber nicht, das Waschen der Füße bis zum Ende hinauszögern, d.h. es ist auch akzeptabel die Füße beim Verrichten des Wuduu zu waschen.

Das war der Ablauf von zwei Arten der Ganzkörperwaschung. Beide Varianten sind rechtmässig und nach dem Verrichtenvon einer der beiden kann man sofort beten, ohne wieder die Gebetswaschung vollziehen zu zu müssen, es sei denn nachdem Ghusl geschah ein Ereigniss, das normalerweise eine Gebetswaschung aufheben würde.

Und alles Lob gebührt Allah

Entnommen aus:

(1) Fatawa al-Arkaan al-Islaam von Ibn al-‚Uthaymin, Seite 248

(2) Fatwa von Schaykh al-Munajjid, IslamQA #415

Einige weitverbreitende Fehler im Gebet – بعض شائع أخطاء في الصلاة

بسم الله الرحمن الرحيم

Vorwort:

Leider begehen viele Muslime in ihren Gebeten Fehler bis hin zu Bida-Praktiken. Dies tun sie ohne sich darüber im Klaren zu sein, dass dies zur Ungültigkeit des Gebetes führen könnte, da das Fehlverhalten keinen Bestandteil dieser Ibadah darstellte. Ich hoffe dass ich mit diesen bescheidenen Artikel einige von diesen Fehler aufzeigen kann und Allaah ist Derjenige bei dem der Erfolg liegt.

{Und sag: Mein Herr, lasse mich an Wissen zunehmen} (20:114).

Einige weitverbreitende Fehler im Gebet:

In Bezug auf das Gebet kann man alle mögliche Arten von Fehler begehen. Und daher möchte ich anmerken, dass die Fehler die ich aufliste nicht unbedingt alle Fehler sind, welche in diesem Zusammenhang möglich sind. D.h. es beschränkt sich nicht auf die Anzahl der Fehler, die hier angeführt werden.

Fehler 1: Das Hinzufügen von „wa-sh-shukr“ nach dem „Rabbana wa-laka-l-Hamd“

Das Hinzufügen des „wa-sh-shukr“ gehört zu den am meisten verbreiteten Neuerungen die im Gebet begangen werden. Es wurde nichts darüber überliefert und daher wird es abgewiesen, wie es unser Prophet sall-llahu ‚alaihi wa salaam anordnete: ,,Wer in unserem Anliegen etwas erfindet, worauf nicht unsere Anordnung beruht, der ist zurückgewiesen.

Fehler 2: Das sagen von „Sadaqal-llahu-lathim“ nach der Rezitation des Qur’an

Das sagen von „Sadaqal-llahu-lathim“ (Allah hat die Wahrheit gesprochen) ist so wohl im Gebet (nach der Rezitation) als auch außerhalb des Gebet verboten, denn es stellt eine Neuerung dar.

Fehler 3: Seinen Blick von dem Ort der Niederwerfung Abwenden

Zu den Fehlern im Gebet gehört es auch, dass man während des Gebets durch die Gegend, statt auf den Ort der Niederwerfung schaut. Es wurde von Aischa – Allahs Wohlgefallen auf ihr – überliefert, dass der Gesandte Allahs (Allahs Segen und Frieden auf ihm) im Gebet seinen Kopf nach vorne kippte und den Blick auf den Boden schauend senkte.“ (Shaykh Albani sagt Sahih, siehe auch Sifaat as-Salaah, S. 89)

Fehler 4: Das zu tiefe oder zu hohe Beugen während des Rukuu‘ (das Beugen im Gebet)

Fehler 5: Sich wie ein Hund niederwerfen

Fehler 6: Das falsche Sitzen zwischen den beiden Niederwerfungen

Fehler 7: Der halbe (Eröffnungs-)Takbir

Fehler 8: Das falsche Heben der Hände nach der Beugung

Fehler 9: Die Füße während des Stehens in falsche Position stellen

Fehler 10: Die Füße während der Niederwerfung

Zum Abschluss noch ein Video, wo Shaykh Salih al-Munajjid – möge Allaah ihn bewahren – auf weitere Fehler im Gebet eingeht:

Der Tawarruk-Sitz (جلستي التورك)

بسم الله الرحمن الرحيم

Das Mutawarrikan (جلستي التورك) sitzen während des Gebet

Das Mutawarrikan- Sitzen im Gebet ist eine bewiesene Sunnah des Propheten – Allahs Frieden und Segen auf ihn -. Imam al-Bukhaari berichtet [#828] von Abu Humayd al-Saa’idi – Allahs Wohlgefallen auf ihn – eine Beschreibung des Gebets vom Propheten – Allahs Frieden und Segen auf ihn -, worin er (also Abu Humayd) sagte: „Wenn er sich in der letzten Gebetseinheit hinsetzte, schickte er sein linkes Bein voraus, stellte seinen rechten Fuß aufrecht und ruhte sitzend auf seinem Gesäß.“ Und Abd-Allah Ibn Az-Zubayr – Allahs Wohlgefallen auf ihn – sagte: ,,Der Gesandte Allahs – Allahs Frieden und Segen auf ihn – pflegte sich wie folgt im Gebet hinzusetzen: Er schob seinen linken Fuß zwischen seinen Ober- und Unterschenkelund legte seinen rechten Fuß auf den Boden ab.“ [Sahih Muslim #909] Tawarruk oder das Sitzen in Mutawarrikan kann auf verschiedene Weise getan werden:

Erster Tawarruk1 – Der linke Fuß ist am Boden und der rechte wird aufrecht gehalten und beide nach rechts in Aussicht gestellt, mit den Gesäß bzw. Hinterbacken am Boden.

 

 

 

 

 

 

 

 

Zweiter Tawarruk2- Beide Füße sind aufrecht gehalten und ragen auf der rechten Seiteheraus. Das Gesäß bzw. die Hinterbacken sind am Boden.

 

 

 

 

 

 

 

Wann soll man im Mutawarrikan sitzen?

Schaykh Ibn Salih al-‚Uthaymin – möge Allah sich seiner erbarmen – wurde in Liqa al-Baab il-Maftuuh gefragt: ,,Wann sollte ein Betender im Gebet im mutawarrikan sitzen und in welchen Gebeten?

Er antwortete: ,,Im Tawarruk wird im letzten Tashahhud jedes Gebets, welches zwei Tashahhuds beinhaltet, gesessen. D.h. beim letzten Tashahhud im Mahgrib-Gebet, Isha-Gebet und ‚Asr und beim Dhuhur Gebet. Was die zwei-Rakah Gebete angeht, wie etwa Fajr und den regulären Sunnah-Gebeten, so gibt es darin kein Tawarruk. Der Tawarruk ist also lediglich beim letzten Tashahhud jedes Gebets das aus zwei Tashahhuds besteht.

Siehe auch: http://islamqa.info/en/ref/103886

Die Zeiten für die fünf täglichen Gebete

{Das Gebet ist den Gläubigen zu bestimmten Zeiten vorgeschrieben} (4:103)

Alles Lob gebührt Allah.

Allah hat Seinen Dienern fünf Gebete am Tag und in der Nacht auferlegt und dies zu festgelegten, durch Allahs Weisheit, bestimmten Zeiten, so dass der Diener durch seine Gebete während dieser Zeiträume in Kontakt mit seinem Herrn treten kann. Die Gebete sind für das Herz so wie das Wasser  für einen Baum, welches nach und nach und nicht alles auf einmal, zugefügt und schließlich beendet wird.

Ein Teil der Weisheit, welche hinter der Verrichtung der Gebete zu diesen Zeiten, ist, dass die Menschen davon nicht gelangweilt sind oder sie als zu schwer empfinden. Dies wäre der Fall, wenn sie alle auf einmal verrichtet werden müssten. Gesegnet ist Allah, der Weiseste aller Richter. (Entnommen der Einführung von Risalat Ahkam Mawaqit as-Salah, einem Aufsatz über die Regeln der Gebetszeiten von Shaikh Muhammad Ibn Uthaimin – möge Allah ihm barmherzig sein.)

Die Gebetszeiten wurden vom Propheten (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) in folgendem Hadith erwähnt: „Die Zeit für Dhuhr beginnt, wenn die Sonne den Zenit passiert hat und der Schatten eines Mannes in der Länge seiner Höhe entspricht, bis die Zeit für Asr anbricht. Die Zeit für Asr dauert an, bis die Sonne sich gelb färbt. Die Zeit für Maghrib dauert an, bis die Abenddämmerung schwindet. Die Zeit für Isha dauert bis Mitternacht an. Die Zeit für Subh (Fajr) dauert bis zum Beginn der Vordämmerung, solange die Sonne noch nicht begonnen hat aufzugehen. Wenn der Sonnenaufgang beginnt, dann unterlasst das Gebet, denn sie geht zwischen den zwei Hörnern des Shaitan auf.“ (Muslim, 612)

Dieser Hadith erklärt die Zeiten der fünf täglichen Gebete. Was ihre Bestimmung anhand der Uhr anbelangt, so variiert dies von einer Stadt zu Stadt und von einem Land zum anderen. Wir werden alles detailliert erläutern:

1.         Die Zeit für Dhuhr

Der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Die Zeit für Dhuhr beginnt, wenn die Sonne den Zenit passiert hat und der Schatten eines Mannes in der Länge seiner Höhe entspricht, bis die Zeit für Asr anbricht.“ Somit legte der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) den Beginn und das Ende von Dhuhr fest. Der Beginn von Dhuhr ist, wenn die Sonne den Zenit passiert hat, d.h. sie hat den höchsten Teil des Himmels überquert und sinkt Richtung Westen hinab.

In der Praxis kann man so erkennen, wann der Zenit passiert wurde (und die Zeit für Dhuhr begonnen hat):

Stelle einen Stock oder Stab an einem offenen Platz auf. Wenn die Sonne im Osten aufgeht, wird der Schatten des Stocks in Richtung Westen weisen. Je höher die Sonne steigt, desto kürzer wird der Schatten werden. Solange er kürzer wird, hat die Sonne den Zenit noch nicht erreicht. Der Schatten wird kürzer werden, bis er einen bestimmten Punkt erreicht, dann wird er wieder größer werden, sich in Richtung Osten streckend. Wenn er auch nur ein kleines bisschen größer wird, dann hat die Sonne den Zenit passiert. An diesem Punkt hat die Zeit für Dhuhr begonnen.

Die Zeit des Zenits anhand einer Uhr erkennen: Teile die Zeit zwischen Sonnenaufgang und -untergang in zwei Hälften, das ist die Zeit des Zenits. Angenommen, dass die Sonne um 6 Uhr morgens auf- und um 6 Uhr abends untergeht, dann ist der Zenit um 12 Uhr mittags erreicht. Geht sie um 7 Uhr morgens auf und um 7 Uhr abends unter, dann ist der Zenit um 1 Uhr mittags erreicht usw. (siehe ash-Sharh al-Mumti 2/96)

Das Ende des Zeitraums für Dhuhr ist dann erreicht, wenn der Schatten jeder Sache ebenso lang ist, wie das Objekt selbst zuzüglich der Länge des Schattens des Objekts zur Zeit des Zenit.

In der Praxis kann man so erkennen, wann die Zeit für Dhuhr endet: Lasst uns annehmen, dass die Länge des oben beschriebenen Stockes einen Meter beträgt. Wir stellen fest, dass der Schatten, bevor die Sonne den Zenit erreicht hat, allmählich abnahm, bis er einen bestimmten Punkt erreichte (markiere diese Stelle). Dann begann er wieder zuzunehmen bis zu dem Punkt, an dem die Zeit für Dhuhr begann. Der Schatten wird weiter in Richtung Osten zunehmen, bis die Länge des Schattens der Länge des Objekts an sich entspricht, d.h. er wird einen Meter lang sein, beginnend an dem Punkt, der zur Zeit des Zenit markiert wurde. Der Schatten vor der Markierung wird nicht gezählt und er wird Fai az-Zawal (der Schatten des Zenit) genannt. An diesem Punkt endet die Zeit für Dhuhr und die Zeit für Asr beginnt sofort.

2.         Die Zeit für Asr

Der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Die Zeit für Asr dauert an, bis die Sonne sich gelb färbt.“

Wir wissen, dass die Zeit für Asr beginnt, wenn die Zeit für Dhuhr endet, d.h. wenn die Länge des Schattens eines Objekts der Länge des Objekts an sich entspricht. Es gibt zwei Zeitpunkte für das Ende von Asr:

  • Die bevorzugte Zeit, welche vom Beginn der Zeit für Asr andauert, bis die Sonne sich gelb färbt, da der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Die Zeit für Asr dauert an, bis die Sonne sich gelb färbt.“ Diese Zeit anhand der Uhr zu bestimmen, ist abhängig von der Jahreszeit.
  • Die Zeit der Notwendigkeit, welche dann beginnt, wenn die Sonne sich gelb färbt, bis zum Sonnenuntergang, da der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Wer ein Rakaa von Asr erreicht, bevor die Sonne untergeht, hast Asr erreicht.“ (Al-Bukhari, 579; Muslim, 608)

Frage: „Was ist mit der Zeit der Notwendigkeit gemeint?“

Antwort: „Notwendigkeit bezieht sich hier darauf, wenn jemand vom Verrichten des Asr durch zwingend notwendige und unvermeidbare Arbeit abgehalten wird, wie z.B. die Versorgung von Wunden, und er könnte beten, bevor die Sonne sich gelb färbt. Doch es ist schwierig und daher betet er kurz vor Sonnenuntergang. In diesem Fall hat er rechtzeitig gebetet und er hat keine Sünde begangen, denn dies ist die Zeit der Notwendigkeit. Wenn jemand gezwungen ist das Gebet zu verspäten, dann ist es keine Sünde, solange er betet, bevor die Sonne untergeht.“

3.         Die Zeit von Maghrib

Der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Die Zeit für Maghrib dauert an, bis die Dämmerung schwindet.“ Das heißt, die Zeit für Maghrib beginnt direkt nachdem die Zeit für Asr endet, nämlich mit dem Sonnenuntergang, bis die Dämmerung oder die Abendröte abgeklungen ist. Wenn die Abendröte vom Himmel verschwunden ist, endet die Zeit für Maghrib und die Zeit für Isha beginnt. Die Bestimmung dieser Zeit anhand der Uhr variiert entsprechend der Jahreszeiten. Wenn du siehst, dass die Abendröte vom Horizont verschwunden ist, dann ist das ein Zeichen dafür, dass die Zeit für Maghrib vorüber ist.

4.         Die Zeit von Isha

Der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Die Zeit für Isha dauert an bis Mitternacht.“

Somit beginnt die Zeit für Isha direkt nachdem die Zeit für Maghrib endet (d.h. wenn die Abendröte vom Himmelt verschwunden ist) und dauert an bis Mitternacht.

Frage: „Wie können wir Mitternacht berechnen?“

Antwort: „Berechne die Zeit zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang und teile sie in zwei Hälften. Die Mitte davon ist das Ende der Zeit für das Isha-Gebet (und das ist Mitternacht).“

Wenn die Sonne um 17 Uhr untergeht und Fajr um 5 Uhr morgens beginnt, dann ist Mitternacht um 23 Uhr. Geht die Sonne um 17 Uhr unter und Fajr beginnt um 6 Uhr morgens, dann ist Mitternacht um 23:30 Uhr usw.

5.         Die Zeit für Fajr

Der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Die Zeit für das Subh- (Fajr-) Gebet reicht vom Beginn der Vordämmerung bis die Sonne noch nicht aufzugehen begonnen hat. Wenn die Sonne beginnt aufzugehen, dann stoppt das Gebet, denn sie geht zwischen den zwei Hörnern des Shaitan auf.“

Die Zeit für Fajr beginnt mit Anbruch der „zweiten Dämmerung“ (al-Fajr ath-Thani) und endet mit dem Beginn des Sonnenaufgangs. Die „zweite Dämmerung“ ist die Helligkeit, die am Horizont im Osten erscheint und sich von Norden bis Süden erstreckt. Die „erste Dämmerung“ (al-Fajr al-Awwal) findet ca. eine Stunde vorher statt und es gibt Unterschiede zwischen diesen beiden:

  • Bei der „ersten Dämmerung“ erstreckt sich die Helligkeit von Osten bis Westen und bei der „zweiten Dämmerung“ erstreckt sie sich von Norden bis Süden.
  • Der „ersten Dämmerung“ folgt Dunkelheit, d.h. die Helligkeit dauert für einen kurzen Zeitraum an, dann wird es dunkel. Der „zweiten Dämmerung“ folgt keine Dunkelheit, sondern das Licht nimmt zu.
  • Die „zweite Dämmerung“ ist mit dem Horizont verbunden, ohne dass sich Dunkelheit zwischen ihr und dem Horizont befindet, wohingegen die „erste Dämmerung“ vom Himmel getrennt ist und sich Dunkelheit zwischen ihr und ihm befindet.

Siehe Sharh al-Mumti 2/107.

Shaikh Muhammad Salih al-Munajjid

Quelle: Islam-QA.com (Frage Nr. 9940)