Wenn man die Gebetswaschung vollzieht und dabei einige Stellen vergisst

Frage:  Was ist das Urteil über eine Person, die die Gebetswaschung vollzieht und dabei einige Stellen vergisst?

Antwort: Wenn jemand nach der Gebetswaschung merkt/einfällt, dass er eine Körperstellte (die gewaschen werden muss), vergessen hat und dies nicht so lange her ist (d.h. kurze Zeit darauf), so wäscht er dies (d.h. die Stelle) und was daraufhin (an anderen Stellen folgt). Beispiel: Jemand macht Wudu und vergisst dabei seinen linken Arm zu waschen. Nachdem er seine Füße gewaschen hat, fällt ihm ein, dass er seinen linken Arm nicht gewaschen hat. So sagen wir ihm: wasche deinen linken Arm, streiche (erneut) über deinen Kopf und wasche deine Füße (nochmal). Auf diese Weise wird die Reihenfolge des Wudu eingehalten, so wie es Allah auch befiehlt: {Wascht euer Gesicht und eure Hände bis zu den Ellenbogen und streicht über euren Kopf und (wascht) eure Füße bis zu den Knöcheln} [5:6]

Allerdings muss er seine Gebetswaschung (komplett) erneuern wenn eine längere Zeit verstrichen ist (zwischen dem verrichten des Wuduu und dem Bemerken der Ausgelassenen Stelle). Beispiel: Jemand hat vergessen seinen linken Arm zu waschen und nach einer langen Zeit fällt ihm ein, dass er es vergessen hat, so muss er seine Waschung (komplett) erneuern, da er die Bedingung des „direkten Waschen hintereinander“ nicht erfüllt. Denn es ist Notwendig die Stellen der Gebetswaschung hintereinander (ohne nennenswerten zeitlichen Abstand) zu waschen. Allerdings ist anzumerken, dass jemand seine Zweifel ignorieren sollte. Wenn sich jemand gegen Ende der Waschung nicht sicher ist, ob er seinen Mund ausgespült hat, so ignoriert er diesen Zweifel, fährt (mit der Waschung) fort und verrichtet sein Gebet. Es gibt (in diesem Fall) kein Hindernis für das Verrichten des Gebets.Bei einer ‘Ibadah (“Gottesdienst”) ignoriert man die Zweifel, die im Nachhinein auftreten. Ansonsten würden wir die Tür für Waswasa (Einflüsterungen vom Schaytan – Satan/Teufel) öffnen. Jeder würde an seiner ‘Ibadah zweifeln.

Die Tatsache, dass man seine Zweifel ignorieren muss und sich nicht damit beschäftigen muss, ist eine Barmherzigkeit Allahs. Wenn man sich bei der Waschung allerdings sicher ist, dass man eine Stelle vergessen hat, so muss man dies nachholen.

Und Allah weiß es am besten

Schaykh Ibn al-‚Uthaymin – Rahimahullaah – in Fataawa Arkaan al-Islaam #139

Die Beschreibung der Ganzkörperwaschung

بسم الله الرحمن الرحيم

Vorwort:

Im Islaam unterscheidet man zwischen der großen Unreinheit und der kleinen Unreinheit. Für die Beseitigung der kleinen Unreinheit benötigt man nur die Gebetswaschung (al-Wudu’), während man für die große Unreinheit die Ganzkörperwaschung (al-Ghusl) vollziehen muss, um wieder die volle Reinheit zu erlangen. Allah, Der Erhabene sagt: {Und wenn ihr im Zustand der Unreinheit seid, dann reinigt euch} [5:6] Und Er sagt: {O die ihr glaubt, nähert euch nicht dem Gebet, während ihr trunken seid, bis ihr wisst, was ihr sagt, noch im Zustand der Unreinheit – es sei denn, ihr geht bloß vorbei -, bis ihr den ganzen (Körper) gewaschen habt} [4:43]

Der Prophet – (sallallaahu ‘alaihi wa sallam) – sagt: ,,Der Schlüssel des Gebet ist die Reinheit.” [Abu Dawud #56, Tirmidhi #3 und Ahmad #957. Schaykh al-Albaani sagt: Sahih] Und in einer anderen Überlieferung sagt der Prophet – (sallallaahu ‘alaihi wa sallam) -: ,,Allah akzeptiert kein Gebet ohne Reinheit.” [Sahih Muslim]

Wann ist die Ganzkörperwaschung verpflichtend und wann ist es Sunnah (erwünscht)?

Die Ganzkörperwaschung (Ghusl) ist verpflichtend:

  • Ejakulation bei Mann und Frau  (unabhängig davon ob es durch Beischlaf, ein Orgasmus oder im Schlaf – oder Wachzustand hervorgerufen wurde)
  • Geschlechtsverkehr (unabhängig vom Samenerguss)
  • nach dem Übetritt zum Islam
  • nach der Menstruation (Hayd)
  • nach dem Wochenbett (Nifaas)

Die Ganzkörperwaschung ist Sunnah (erwünscht):

  • am Freitag
  • nach der Totenwaschung
  • nach Ohnmacht

Beschreibung der Ganzkörperwaschung

Man unterscheidet zwischen zwei Arten der Ganzkörperwaschung: ,,Die akzeptable Ganzkörperwaschung” und “Die komplette Ganzkörperwaschung“.

Akeptable Ganzkörperwaschung:

Bei dieser Art der Ganzkörperwaschung werden nur die verpflichtenden/obligatorischen Teile des Ghusl berücksichtigt.

(1) Zuerst muss der Muslim seine Absicht für die Reinigung fassen.

(2) Dann muss das Wasser alle Körperteile erreichen.

(3) Anschließend wird der Mund und die Nase ausgespühlt.

Wenn eine Person das Wasser alle Teile seines Körpers erreichen lässt, durch welche Mittel auch immer, so hat er die große Unreinheit entfernt und sich ordnungsgemäß gereinigt, denn Allah sagt: {Wenn ihr euch im Zustand von Janaabah befindet (d.h. nach einem sexuellen Ausstoß), dann reinigt euch (badet euren gesamten Körper}[al-Maa’idah 5:6]

Komplette Ganzkörperwaschung

Die ,,komplette Ganzkörperwaschung” wird auf vollständige Art und Weise vollzogen, wie es der Prophet (sallallaahu ‘alaihi wa sallam) getan hat. (d.h. mit allen Sunnan dabei – Freiwilliges)

(1) Zuerst muss der Muslim seine Absicht für die Reinigung fassen.

(2) Dann wäscht man seine beiden Hände.

(3) Dann wäscht man (mit seiner linken Hand) den Intimbereich und alle Stellen, welche von der Janaabah (dem Geschlechtsverkehr, d.h. dem Sperma) betroffen sind.

(4) Dann vollzieht man die Gebetswaschung so, wie sie für das Gebet vollzogen wird.

(5) Daraufhin gießt man Wasser über die rechte Körperhälfte, dann über die linke Körperhälfte. Anschließend gießt man Wasser über den Kopf, sodass der gesamte Körper mit Wasser befeuchtet ist.

So wird der komplette Ghusl durchgeführt.

Es wird außerdem in der Sunnah berichtet, dass das Waschen der Füße (beim Wudu) bis zum Ende der Ganzkörperwaschung (Ghusl) hinausgezögert werden sollte. Es wurde von ‚A’ischa – (Radia-llaahu ‚anha) – berichtet, dass der Gesandte Allahs (sall-llaahu ‚alaihi wa sallam), wenn er Ghusl aufgrund von Janaabah vollzog (der Zustand nach dem Geschlechtsverkehr), (zuerst) seine Hände und dann seinen Intimbereich mit seiner linken Hand wusch. Anschließend vollzog er die Gebetswaschung, so wie er für das Gebet vollzogen wird. Als nächstes nahm er etwas Wasser und fuhr mit seinen Fingern durch seine Haarwurzeln, bis er insgesamt drei Hände voll Wasser für seinen Kopf verwendete. Dann fuhr er damit fort, Wasser über den Rest seines Körpers zu gießen und wusch seine Beine. (Sahih Muslim #479)

In der Überlieferung von Al-Bukhaari wird berichtet, dass er (sall-llaahu ‚alaihi wa sallam) sich dann abwandte und seine Beine wusch.

Anmerkung: Man kann, muss aber nicht, das Waschen der Füße bis zum Ende hinauszögern, d.h. es ist auch akzeptabel die Füße beim Verrichten des Wuduu zu waschen.

Das war der Ablauf von zwei Arten der Ganzkörperwaschung. Beide Varianten sind rechtmässig und nach dem Verrichtenvon einer der beiden kann man sofort beten, ohne wieder die Gebetswaschung vollziehen zu zu müssen, es sei denn nachdem Ghusl geschah ein Ereigniss, das normalerweise eine Gebetswaschung aufheben würde.

Und alles Lob gebührt Allah

Entnommen aus:

(1) Fatawa al-Arkaan al-Islaam von Ibn al-‚Uthaymin, Seite 248

(2) Fatwa von Schaykh al-Munajjid, IslamQA #415

Das Streichen über die Khuffayn (Ledersocken) u.ä. – المسح على الجوارب والخفين

بسم الله الرحمن الرحيم

Vorwort:

Allah, der Gepriesene und Erhabene, hat uns diese Religion leicht gemacht und trägt unserer Seele nichts auf, was wir nicht tragen können, so wie Er sagt: {Allah erlegt keiner Seele mehr auf, als sie zu leisten vermag} (2:286) und in einem anderen Vers heißt es: {Allah will es euch leicht machen, denn der Mensch ist (ja) schwach erschaffen} (4:28) Allah machte uns vieles leicht und gab uns viele Erleichterungen. Und dazu gehört auch das Streichen (Mash) über die Socken bzw. Khufayn bei bestimmten Bedingungen, denn es wird von Al-Mughirah überliefert: „Ich sah den Gesandten Allahs über die Oberseite seiner Socken streichen.“ (at-Tirmidhi):

Der Begriff Khufayn ist der Plural von Khuff,  was in etwa „Ledersocken“ bedeutet, so wie es Imam ash-Schawkaani erklärt hat: „Der Khuff ist eine Ledersocke, welcher das Sprungbein bedeckt.“ (Nail al autar) Die Muslime – bis auf die Sekten und Ketzer – sind sich einig, dass man über Khufayn streichen darf, denn dies wurde über den Propheten sall-llahu ‚alaihi wa salaam mehrfach (mutawatir) überliefert.

Darf man nur über Khufayn streichen oder auch über Dschaurab (,,Normale“ Socken oder auch Baumwollsocken)?

Dschauraban/ Dschaurabain ist der Plural von Dschaurab (Socke).

Der Faqih und Shaykh Muhammad ibn Salih al-‚Uthaimin sagt bzgl. der Bedeutung: „Die Bedeutung von Khuff ist das, was über dem Fuß getragen wird und aus Leder hergestellt ist und das was dem ähnlich ist. Die Bedeutung von Dschaurab ist das, was über den Fuß getragen wird und aus Baumwolle hergestellt ist und das was dem ähnlich ist. Es ist das, was gewöhnlich als ash Shurab bezeichnet wird.“

Dschaurab ist eine dünne Abdeckung für die Füße, die aus Wolle hergestellt ist. Diese dient dem Warmhalten der Füße, so wie es der Linguist Abu Bakr ibn al Arabi erklärt hat.

Gemäß der richtigen Ansicht – und Allah weiß es am besten – ist es legitim darüber zu streichen, denn Ibn Umar – Allahs Wohlgefallen auf ihm – sagte: ,,Das Bestreichen der Socken (Dschaurabain) ist genauso wie das Bestreichen der Ledersocken (Khufayn)“ (Überliefert bei Imam Tirmidhi: Sahih von Shaykh Albani)

Voraussetzungen für das Streichen (von Shaykh Dr. Abd al-Rahman al-Scheha)

1) Erste Bedingung: Die Schuhe oder Ähnliches müssen im Zustand der rituellen Gebetswaschung angezogen
werden.

2) Zweite Bedingung: Die Socken oder Ähnliches, müssen frei von unreinen Substanzen (Nadschasa) sein, denn andernfalls darf man weder die rituelle Benetzung (Streichen) durchführen, noch damit beten,
bis man diese Unreinheit beseitigt hat.

3) Dritte Bedingung: Die rituelle Benetzung darf nur für die rituelle Gebetswaschung (nach Verrichten der Notduft) und nicht für die rituelle Ganzkörperwaschung in Anspruch genommen werden.

4) Vierte Bedingung: Die rituelle Benetzung darf nur innerhalb der erlaubten Frist erfolgen. Dies ist ein Tag und eine Nacht (24 Std.) für die Ortsansässigen, und drei Tage und drei Nächte für die Reisenden (72 Std.).

5) Fünfte Bedingung: Das Bedecktsein der Stelle, über die gestrichen wird. (Dies bedeutet, dass die Socken alles bis zu den Knöcheln bedecken müssen)

Die Art und Weise des Streichens:

Richtig:

Es ist Sunna über beide (Leder)socken auf einmal zu streichen. Shaykh al-Munajjid sagt: ,,Die Methode (Art und Weise) in welcher man über (die Leder-Socken) streicht ist, die Finger auf die (Fuß-)Spitze zu tun, dann über den Fuß bis zum Schienbein zu streichen: Der Rechte Fuß soll mit der rechten Hand bestrichen werden und der linke Fuß mit der linken Hand. Die Finger sollten beim Bestreichen ausgestreckt sein und es soll nicht wiederholt werden.“

Falsch:

Dieses Streichen ist falsch, denn Ali ibn Abi Talib sagte: ,,Wäre die Religion mit der Meinung (ra’yi), so würde man auf der unteren Seite des Khuffs streichen, als oben. Ich habe den Gesandten Allahs gesehen, dass er auf der Oberfläche des Khuffs strich.“ (Überliefert bei Tirmidhi)

Und Alles Lob gebührt Allah

Wie soll sich die kranke Person reinigen?

بسم الله الرحمن الرحيم

Frage:

Wie soll sich die kranke Person reinigen?

Antwort:

1. Die kranke Person ist aufgefordert sich mit Wasser zu reinigen von der kleinen Unreinheit und mit Ghusl von der großen Unreinheit.

2. Wenn er nicht in der Lage ist, sich mit Wasser zu reinigen, aufgrund seiner Schwäche oder die Angst, die Krankheit zu verstärken, ist es erlaubt Tayammum zu vollziehen.

3. Die Art und Weise das Tayammum zu vollziehen ist, dass man die saubere Erde einmal mit den Händen aufschlägt, dann das Gesicht damit wischt, dann seine Hände, eine mit der anderen wischt.

4. Wenn er nicht in der Lage ist sich zu reinigen, sollte eine andere Person ihm dabei helfen die Reinigung oder den Tayammum zu vollziehen.

5. Wenn ein bestimmter Teil des Körpers, der gereinigt werden soll, verwundet ist, sollte er es mit Wasser waschen; aber wenn die Reinigung mit Wasser ihm Schaden zufügen wird, dann kann er seine Hand mit Wasser befeuchten und darüber streichen. Wenn das Abwischen darüber auch Schaden zufügen kann, kann er Tayammum durchführen.

6. Wenn er eine starke Fraktur in irgendeinem Glied hat, das mit einer Bekleidung bedeckt oder vergipst ist, kann er darüber mit Wasser streichen, anstatt es zu waschen, und es bedarf kein Tayammum, weil das Streichen das Waschen ersetzt.

7. Es ist erlaubt Tayammum an einer Wand zu vollziehen, oder alles andere was sauber ist und mit Staub bedeckt ist. Wenn eine Wand mit etwas anderem wie Erde bedeckt ist, wie z.B. Wandfarbe, dann sollte man nicht Tayammum damit vollziehen, außer wenn es mit Staub bedeckt ist.

8. Wenn für Tayammum auf der Erde, Wand oder sonstigem kein Staub vorhanden ist, gibt es keine Einwände dagegen, Staub in einem Behälter oder Taschentuch zu sammeln, um damit Tayammum zu vollziehen.

9. Wenn eine Person Tayammum für ein Gebet vollzieht, und er bleibt in einem reinen Zustand bis zum nächsten Gebet, so kann er mit dem Tayammum, den er vorher vollzogen hat, das Gebet verrichten, und muss es nicht wiederholen, da er rein bleibt und es nichts ungültig gemacht hat.

10. Die krankte Person ist verpflichtet seinen Körper von jeglicher Unreinheit zu säubern, wenn er jedoch dazu nicht in der Lage ist, kann er in diesem Zustand beten, sein Gebet ist korrekt und er braucht es nicht zu wiederholen.

11. Die kranke Person ist aufgefordert in sauberer Kleidung zu beten, und wenn sie verschmutzt/ verunreinigt wird, muss sie gereinigt oder mit sauberer Kleidung ausgewechselt werden. Wenn dies nicht möglich ist, kann er in diesem Zustand beten, und sein Gebet ist korrekt und er braucht es nicht zu wiederholen.

12. Die krankte Person ist verpflichtet auf etwas sauberem zu beten, und wenn dies verschmutzt/ verunreinigt wird, muss es gereinigt/ mit etwas sauberem ausgetauscht/ oder mit etwas sauberem bedeckt werden. Wenn dies nicht möglich ist, kann er auf diesem beten, sein Gebet ist korrekt und er braucht es nicht zu wiederholen.

13. Es ist für den Kranken nicht erlaubt, das Gebet aufgrund seiner Unfähigkeit Reinheit zu erlangen zu verzögern; vielmehr sollte er sich reinigen – so viel wie möglich – und das Gebet pünktlich verrichten, selbst wenn Unreinheiten auf seinem Körper, seiner Kleidung oder dem Gebetsort sind, welche nicht entfernt werden können.

Entnommen aus dem Fatawa Islamiyah, Band 2: von ash-Shaykh wa Faqih Ibnu al-Uthaimin

al-Mani (Sperma), al-Mathi (Vorsamen) und al-Wadi (Nachtropfen)

بسم الله الرحمن الرحيم

Leider wissen viele Muslime nicht wie zu handeln ist, wenn man bemerkt das aus dem Geschlechtsorgan eine Flüssigkeit (Urin ausgeschlossen) ausgetreten ist. Bei welchen die Ganzkörperwaschung (Ghusl) verpflichtend ist und bei welchen die Gebetswaschung ausreicht. So Allah will wird dieser Beitrag für Aufklärung sorgen:

Frage: Wie lauten die drei Flüssigkeiten (Urin ausgeschlossen) die einen dazu veranlassen die Ganzkörperwaschung (Ghusl) zu machen?

Antwort:

Es gibt drei Flüssigkeiten (Urin ist ausgeschlossen) die aus dem Penis kommen:

(1) al-Mani, der Sperma; es ist rein. Dieser wird durch Erregung ausgestoßen. Diesem folgt eine gewisse Erschlaffung des gesamten Körpers. Seine Farbe ist weiß und geht zu gelb hinüber. Er ist dickflüssig und wird durch mehrere Schübe ausgestoßen. Sein Geruch ähnelt dem Geruch von Teig und wenn er trocknet riecht er wie rohes Eiweiß.

Urteil: Man ist dazu angehalten wenn dieser ausgetreten ist, gleichgültig ob dies im Schlaf oder im Wachzustand geschehen ist, sei es durch den Geschlechtsverkehr oder durch den unwillkürlichen Orgasmus im Schlaf oder durch die verbotene Selbstbefriedigung, sich zu waschen (Ganzkörperwaschung). Und wenn man während des Fastens absichtlich den Samenerguss herbeifürt, so wird das Fasten ungültig.

(2) al-Mathi, der Vorsamen; es hat eine leichte Unreinheit. Es ist ein weiches, schleimartiges, durchsichtiges Wasser, welches keine Farbe hat. Es tritt bei Sexspielchen, beim Gedanken am Geschlechtsakt, beim alleinigen Willen, beim Ansehen (einer Frau) oder bei anderen Dingen in Form von Tropfen auf der Eichel des Penis heraus. Und eventuell bemerkt man nicht den Austritt des Vorsamens.

Urteil: Man ist dazu angehalten den Vorsamen von der Kleidung und vom Körper zu entfernen. Und es genügt Streuen mit dem Wasser (auf die Kleidung und auf den Körper), weil seine Unreinheit leicht ist. Man muss den Penis und die Hoden waschen. Und der Austritt des Vorsamens macht die Gebetswaschung ungültig. So ist man dazu angehalten die Gebetswaschung zu wiederholen, jedoch nicht die Ganzkörperwaschung.

Wenn man nach dem Schlaf eine Feuchtigkeit warnimmt, so ist es Wahrscheinlich auf einen Samenerguss (al-Mani) zurückzuführen. Sollte man sich nicht sicher sein, handelt es sich offensichtlich entweder um Sperma oder Vorsamen (Mathi). Al-Mathi ist gewiss und Mani (Sperma) ungewiss und gemäß dem Grundsatz im Fiqh: ,,Gewissheit wird nur durch Gewissheit beseitigt“ geht man davon aus, dass man nur im Zustand der kleinen Unreinheit ist, sofern man nicht im Zustand der großen Unreinheit schlafen gegangen ist.

(3) al-Wadi, der Nachtropfen: Es ist unrein. Es tritt nach dem Urinieren aus. Es ist nicht schleimig, es ist weiß, dick und ähnelt dem Urin in der Dicke und unterscheidet sich vom Urin in der Trübheit. Es hat keinen Geruch.

Urteil: Es hat dasselbe Urteil wie beim Urin in der Unreinheit und in der Reinigung.

Allāh weiß am besten.

Quelle: Ahlu-Sunnah.com Forum: Beitrag vom User „Abū al-Qaa-Qaa“

„Ergänzt“ von al-Qiyaam

Anleitung zur Trockenreinigung – Tayammum (mit Bildern)

بسم الله الرحمن الرحيم

Vorwort:

Mit den Worten Allahs will ich diese kleine, aber nützliche, Anleitung zum Tayammum beginnen: {O die ihr glaubt, wenn ihr euch zum Gebet aufstellt, dann wascht euch (…) Und wenn ihr krank seid oder auf einer Reise oder jemand von euch vom Abort kommt oder ihr Frauen berührt habt und dann kein Wasser findet, so wendet euch dem guten Erdboden zu und streicht euch damit über das Gesicht und die Hände. Allah will euch keine Bedrängnis auferlegen, sondern Er will euch reinigen und Seine Gunst an euch vollenden, auf dass ihr dankbar sein möget.} (5:6) Allah, der Erhabene, hat uns diese Religion einfach gemacht und für jedes Problem gibt es eine Lösung.

Der Tayammum ist die Ersatzwaschung mit Erde für die allgemeine Gebetswaschung (Wudu) oder für die Ganzkörperwaschung (Ghusl), für den Fall, dass die Durchführung der Ganzkörperwaschung oder der Gebetswaschung nicht möglich ist oder unerwünscht bzw. nicht empfehlenswert ist (aufgrund einer Krankheit oder ähnlichem)

Wann Tayammum erlaubt ist und was es ungültig macht:

Nur in bestimmten Situationen ist es dem Muslim erlaubt die Rituelle Reinheit durch die Durchführung des Tayammum zu erlangen. In folgenden Situationen ist es erlaubt auf die Trockenreinigung (Tayammum) zurückzugreifen:

  1. Kein Wasser ist vorhanden.
  2. Es stellt eine Schwierigkeit dar Wasser zu bekommen
  3. Durch die Verwendung des Wasser verschlechtert sich der körperliche/gesundheitliche Zustand.
  4. Es ist nur extrem kaltes Wasser vorhanden und man kann dies nicht erwärmen.
  5. Man hat zwar Wasser vorhanden aber durch das Benutzen besteht die Gefahr zu verdursten.

Es gibt noch andere Situationen in denen man auf Tayammum zurückgreifen kann, jedoch sollten die angeführten Punkte ausreichen. Andere Situationen treffen eher selten ein, wie z.B., dass man zwar Wasser hat, aber durch das Benutzen würde man  seinem Begleiter, der das Wasser benötigt, schaden usw.)

Alles was die Gebetswaschung ungültig macht, macht auch die Trockenreinigung (Tayammum) ungültig. Sollte man wieder Wasser zur Verfügung haben bzw. die Situation hat sich geändert und man hat wieder die Möglichkeit sich mit Wasser zu reinigen, so macht dies auch den Tayammum ungültig.

Für weitere Einzelheiten bzgl. dem Tayammum verweise ich auf die schöne Abhandlung mit dem Titel: „Was man über die rituelle Reinheit wissen muss

Mit normaler Erde den Tayammum durchführen?

Allah sagt: {O die ihr glaubt, wenn ihr euch zum Gebet aufstellt, dann wascht euch (…) Und wenn ihr krank seid oder auf einer Reise oder jemand von euch vom Abort kommt oder ihr Frauen berührt habt und dann kein Wasser findet, so wendet euch dem guten Erdboden (Sa’iid Tayyib) zu und streicht euch damit über das Gesicht und die Hände. Allah will euch keine Bedrängnis auferlegen, sondern Er will euch reinigen und Seine Gunst an euch vollenden, auf daß ihr dankbar sein möget.} (5:6)

Man kann mit Allem was unter den Arabischen Begriff „Sa’iid Tayyib“ (reiner, guter Erdboden, so wie es in dem o.g. Vers heißt) fällt den Tayammum durchführen. Dazu gehört alles, was natürlicherweise auf der Erdoberfläche liegt, wie z.B. Erde, Ton, Sand, Stein usw.

Anleitung zum Tayammum:

Der Ablauf des Tayammum besteht aus 3 Positionen: Hände auf den Erdboden klopfen, sein Gesicht und anschließend die Hände abreiben.

‚Ammar Ibn Yasir – Allahs Wohlgefallen auf beiden –  berichtete: „Der Prophet -sallalahu ‚alaihi wa salam- sandte mich in einer Angelegenheit. Ich wurde Junubb (d.h. er befand sich im Janabazustand. Ein Zustand nach dem Austreten von Sperma oder nach dem Geschlechtsverkehr) und fand kein Wasser. Da wälzte ich mich auf der Erde, wie es ein Tier tut. Dann kam ich zum Propheten sallalahu ‚alaihi wa salam und berichtete ihm dies. Da sagte er: „Es hätte dir gereicht, wenn du es so gemacht hättest“. (Daraufhin) schlug der Prophet -sallalahu ‚alaihi wa salam- mit seinen beiden Handinnenflächen auf den Boden und blies in sie beide. Danach rieb er sein Gesicht und seine Hände ein.“ (Sahih al-Bukhari)

1) Nimm dir die Absicht (Niyya) für die Durchführung, entsprechend der Aussage des Propheten sallalahu ‚alaihi wa salam: ,,Wahrlich, die Taten sind entsprechend den Absichten.“ (Sahih al-Bukhari und Sahih Muslim)

2)

Klopfe anschließend mit deinen beiden Handinnenflächen auf den Boden, wobei die Finger gespreizt sein sollen (siehe Bild).

Danach bläst man in die Hände, damit der Staub weggeblasen wird (falls vorhanden!) und damit dieser im zweiten Schritt nicht in die Augen gelangt.

Der Beweis dafür ist die Aussage des Propheten sallalahu ‚alaihi wa salam: 
„Es hätte dir gereicht, wenn du es so gemacht hättest“. (Daraufhin) schlug der Prophet sallalahu ‚alaihi wa salam mit seinen beiden Handinnenflächen auf den Boden.

3)

Daraufhin reibst du dir das Gesicht mit den beiden Handinnenflächen einmal ein, so wie Allah, der Erhabene, sagt: {So wendet euch dem guten Erdboden zu und streicht euch damit über das Gesicht} (5:6)

Und der Prophet sallalahu ‚alaihi wa salam sagte, als er Ammar geantwortet hat: „Es hätte dir gereicht, wenn du es so gemacht hättest“. (Daraufhin) schlug der Prophet sallalahu ‚alaihi wa salam mit seinen beiden Handinnenflächen auf den Boden und blies in sie beide. Danach rieb er sein Gesicht.“ (Überliefert bei Sahih al-Bukhari)

4)

Nach dem Reiben des Gesichtes kommt das Reiben der linken Handinnenfläche über die rechte Hand und dann die rechte Handinnenfläche über die linken Hand. So wie es Allah, der Gepriesene und Erhabene, sagt: {So wendet euch dem guten Erdboden zu und streicht euch damit über das Gesicht und die Hände.} (5:6)

Als Beweis kann man auch die Aussage des Propheten sallalahu ‚alaihi wa salam heranziehen, als er Ammar erklärte wie der Tayammum geht: „Es hätte dir gereicht, wenn du es so gemacht hättest“. (Daraufhin) schlug der Prophet sallalahu ‚alaihi wa salam mit seinen beiden Handinnenflächen auf den Boden und blies in sie beide. Danach rieb er sein Gesicht.

Das war der Ablauf des Tayammum! Somit hast du die Rituelle Reinheit bis eine Situation eintrifft, die den Tayammum ungültig macht.

Und Alles Lob gebührt Allah

Anleitung zur Gebetswaschung (mit Bildern)

بسم الله الرحمن الرحيم

Vorwort: 

Damit das Gebet eines Muslim gültig ist,  hat er zuvor die Rituelle Reinheit (al-Wuduu) zu erlangen. Allah – der Erhabene- sagt:  {O die ihr glaubt, wenn ihr euch zum Gebet aufstellt, dann wascht euch das Gesicht und die Hände bis zu den Ellbogen und streicht euch über den Kopf und (wascht euch) die Füße bis zu den Knöcheln. Und wenn ihr im Zustand der Unreinheit seid, dann reinigt euch} (5:6)

Es ist wichtig, dass wir die Gebetswaschung so vollziehen, wie es uns der Prophet –  ‚alaihi salatu wa salam – beigebracht hat. Dazu gehört auch, dass man sparsam Wasser benutzt, so wie er – ‚alaihi salatu wa salam –  dies zu tun pflegte. Anas – Radi’a Allaahu ‚anhu – berichtet: ,,Der Prophet pflegte die Gebetswaschung mit einem Mudd (Wasser) zu machen und Ghusl (Ganzkörperwaschung) mit einem Saa‘ bis fünf Mudds“ (Sahih Muslim)

Ein Saa‘ entspricht vier Mudds (ein Mudd ist die Menge, die in zwei zusammengehaltene Handflächen passt.)

Wir müssen uns auch darüber im Klaren sein, welche Vorzüge die Gebetswaschung beinhaltet: Nu’aim Al-Mughmir berichtete: ,,Ich stieg mit Abu Huraira auf das Dach der Moschee; er beendete dort seinen Wudhu und sagte anschließend: Ich hörte den Propheten – sall-llahu ‚alaihi wa salam – sagen: Die Angehörigen meiner Umma werden am Tage der Auferstehung aufgerufen, und sie werden mit einem Mal auf der Stirn und einem Reifen am Fußgelenk – als Spuren des Wudhu – erscheinen. Wer von euch dann die Dauer seiner Niederwerfung  (im Gebet) verlängern kann, der soll es tun.“ (Sahih al-Bukhari, Nr. 136)

Der Prophet sagt: ,,Der Schlüssel zum Gebet ist die Reinheit“ und in einer anderen Überlieferung sagt der Prophet – sall-llahu ‚alaihi wa salaam -: ,,Es wird kein Gebet ohne gültige Gebetswaschung und kein Almosen aus Betrug angenommen.” (Sahih Muslim,Hadith Nr. 479)

Die Voraussetzung für die Gebetswaschung und was sie ungültig macht:

Im Bezug auf die Voraussetzungen die die Gebetswaschung mit sich zieht, sagt der großartige Shaykh Salih al-Munajjid – möge Allah ihn bewahren -: ,,Die Bedingungen der Gebetswaschung  (Wudu) sind: Muslim zu sein, bei gesundem Verstand zu sein, das Alter des Urteilsvermögens erreicht und die Absicht zum Verrichten des Wudu gefasst zu haben. Wudu ist nicht gültig bei einem Kafir, einem Geisteskranken, einem kleinen Kind, welches noch nicht das Alter des Urteilsvermögens erreicht hat, oder bei demjenigen, der nicht die Absicht dazu hatte, Wudu zu vollziehen, sondern seine Absicht war es beispielsweise, sich abzukühlen. Das Wasser muss außerdem rein (tahir) sein, denn unreines (najis) Wasser kann nicht für Wudu verwendet werden. Man muss weiterhin alles entfernen, was das Wasser vom Kontakt mit der Haut und den Nägeln abhalten könnte, wie z.B. Nagellack.“ (IslamQA.com Frage Nr. 11497)

Was die Gebetswaschung ungültig macht:

  1. Das Austreten von Etwas aus den Ausscheidungsorganen (Stuhlgang, Urin, Blähungen, Madhi – Vorsperma, Wadhi – Nachsperma usw.)
  2. tiefer Schlaf (das „kurze Einnicken“ gehört nicht dazu) oder Bewusstlosigkeit
  3. direktes Berühren (ohne eine Barriere dazwischen zu haben) des Geschlechtsteils, egal ob mit oder ohne Lust.
  4. Essen von Kamelfleisch

Die angeführten Punkte machen die Gebetswaschung ungültig. Einige Gelehrte ergänzen die Liste noch um weitere Punkte und vertreten die Meinung das z.B. durch das Anfassen der Frau, Erbrechen, Bluten usw. die Gebetswaschung ungültig wird.

Für weitere Einzelheiten empfehle ich die Abhandlung „Was man über die rituelle Reinheit wissen muss

Anleitung der Gebetswaschung:

Nachdem das Obengenannte beachtet wurde, nehme die Absicht für die Gebetswaschung und beginne mit der Basmallah (Bismillah- ,,im Namen Allahs“- sagen). Dies aufgrund des Hadith des Propheten: ,,Es gibt kein Wudu (Gebetswaschung) für den, der dabei nicht Allahs Namen erwähnt.“ (Tirmidhi und andere, ash-Shaykh al-Albani sagt: Sahih)

1)

Wäsche deine Hände drei mal bis zum Handgelenk. Der Beweis dafür ist: ,,Ich sah den Propheten seine rituelle Gebetswaschung verrichten und wie er seine Hände dreimal (bis zum Handgelenk) wusch. ”  (Musnad Al-Imam Ahmad, Hadith Nr. 16225)

2)

Anschließend nimmst du mit deiner rechten Hand Wasser und spülst deinen Mund drei mal aus, denn der Prophet sagte: ,,Wenn du die Gebetswaschung machst, dann wasche deinen Mund“ (al-Bayhaqi, Sahih Isnaad) Nun nimmst du wieder Wasser in deine rechte Hand und ziehst es (leicht) durch die Nasenlöcher in deine Nase hinein. Dann schnäuzt du deine Nase mit der linken Hand aus. Dieser Vorgang wird (auch) drei mal wiederholt Dies aufgrund der Aussage des Propheten – sall-llahu ‚alaihi wa salam -: ,,Wenn einer von euch die Gebetswaschung durchführt, dann soll er Wasser in seine Nase eintreten lassen, dann ausschnauben“ (wird in den beiden Sahihayn, d.h. in al-Bukhari und Muslim überliefert)

Diese Vorgänge werden wie folgt genannt: „al-Madmadah“: das gründliche Waschen und Spülen des Mundes; „al-Instinschaa“: das Wasser in die Nase einführen und „al-Instinthaar“: das Ausschnauben des Wassers aus der Nase.

3)

 Nach dem Mund und der Nase folgt das Gesicht. Zum Gesicht zählt der Bereich zwischen dem Haaransatz über der Stirn bis zum Unterteil des Kinns und vom Ohrläppchen bis zur Ohrspitze. Dieser Bereich muss (auch) drei mal gewaschen werden. Der Beweis hierfür ist: Humraan ibn Abaan – Allahs Wohlgefallen auf ihm – berichtet, dass Uthman – Allahs Wohlgefallen auf ihm – um Wasser für die Gebetswaschung bat und dann die Art und Weise erläuterte, wie der Prophet – sall-llahu ‚alaihi wa salam – Wudu machte. Humraan sagte: ,,Dann wusch er sein Gesicht dreimal.“ (al-Bukhari und Muslim überliefern dies)

Es gehört zur Sunna (d.h. der Prophet tat dies) für die Männer, dass man zusätzlich mit den feuchten Fingern durch den Bart fährt. Der Beweis ist: ,,Uthman berichtet, dass der Prophet – sall-llahu ‚alaihi wa salam – durch seinen Bart zu streichen pflegte.“ (Tirmidhi und andere. Sein Insaad ist Sahih) und in einer anderen Überlieferung wird von Anas berichtet, dass der Prophet – sall-llahu ‚alaihi wa salam – wenn er die Gebetswaschung verrichtete, eine Handvoll Wasser zu nehmen pflegte, es unter sein Kinn führte, es in seinen Bart rieb und sagte: ,,Dies ist was mein Herr – Gepriesen und Erhaben ist Er – mir befahl zu tun.“ (Abu Dawuud, al-Bayhaqi und al-Haakim. Shaykh al-Albani erklärt ihn für Sahih)

4)

Nach dem du mit Schritt 3) fertig bist, folgen deine Arme, die du drei mal waschen musst. Der Arm umfasst hierbei die Fingerspitzen bis zu den Ellenbogen, beginnend mit der rechten Seite, aufgrund der Aussage Allahs:   {O die ihr glaubt, wenn ihr euch zum Gebet aufstellt, dann wascht euch das Gesicht und die Hände bis zu den Ellbogen} (5:6) Falls du einen Ring oder eine Uhr trägst, so sollst du sie während dem Waschen bewegen (oder ganz ausziehen), damit das Wasser auch an diese Stellen kommt.

5)

Streiche nun mit deinen nassen Händen einmal über deinen Kopf. Der Bereich des Kopfes umfasst den Vorderteil des Kopfes bis zum Nackenansatz. Darüber musst du streichen und anschließend (von Nackenansatz) wieder zurück zum Vorderteil. Der Beweis ist die Aussage Allahs: {O die ihr glaubt, wenn ihr euch zum Gebet aufstellt, dann wascht euch (…) und streicht euch über den Kopf} (5:6) Und Abdullah ibn Zaid berichtet: ,,Dass der Prophet – sall-llahu ‚alaihi wa salam – angefangen vom Vorderteil seines Kopfes über die Haare bis zum Hinterkopf und wieder zurück strich. Dann verrichtete der Prophet –  sall-llahu ‚alaihi wa salam –  seine rituelle Gebetswaschung, indem er seine Hände dreimal wusch.”   (Sahih Al-Bukhari, Hadith Nr. 183) Über den kompletten Kopf zu streichen und nicht nur über einen Teil davon, stellt eine Pflicht dar.

6)

Anschließend führst du deine Zeigefinger in die Ohren und streichst mit den Daumen außen entlang. Ibn Abbaas  – Allahs Wohlgefallen auf ihm – beschrieb die rituelle Gebetswaschung des Propheten: ,,Dann strich er nur ein mal über seinen Kopf und die Ohren.“ Und in einer anderen Überlieferung von Abdullah ibn ‚Amr heißt es: „Dann strich er über seinen Kopf, führte seine Zeigefinger in die Ohren und strich mit den Daumen außen entlang. ” (Abu Dawud) Diesen Vorgang machst du nur einmal.

Für die Ohren gelten die gleichen Regeln wie für den Kopf, denn in einer authentischen Überlieferung sagt der Prophet – sall-llahu ‚alaihi wa salam -: ,,Die zwei Ohren sind Teil des Kopfes.“ (Tirmidhi, Abu Daawud und andere. Shaykh Albani sagt Sahih) Und Allah, der Erhabene befielt uns über unsere Köpfe zu streichen: {O die ihr glaubt, wenn ihr euch zum Gebet aufstellt, dann wascht euch (…) und streicht euch über den Kopf} (5:6)

7)

Nach dem du über deine Ohren gewischt hast folgen deine Füße, welche du bis zu den Knöcheln drei mal waschen muss. Dies aufgrund der Aussage Allahs: {O die ihr glaubt, wenn ihr euch zum Gebet aufstellt, dann wascht euch (…) und (wascht euch) die Füße bis zu den Knöcheln} (5:6) Beginne bei der Zehenspitze und geh weiter bis zum Knöchel. Abu Hurairah – Allahs Wohlgefallen auf ihm berichtet, dass der Prophet – sall-llahu ‚alaihi wa salam – einen Mann gesehen hat, der seine Knöcheln nicht  gewaschen hatte, und sagte ihm: „Wehe den Knöcheln wenn sie im Höllenfeuer brennen.”(Sahih Muslim, Hadith Nr.242) In einer anderen Überlieferung von al-Bukhari und Muslim von Humraan ibn Abaan heißt es, dass Uthman um Wasser zur Gebetswaschung bat und dann die Gebetswaschung des Propheten erwähnte. Dazu sagte dann Humraan: ,,Er wusch dann seinen rechten Fuß dreimal bis zum Knöchel und dann seinen linken Fuß dreimal bis zum Knöchel.“

Es ist wichtig das man seinen Fuß gründlich wäscht. Dazu gehört auch das Waschen der Zehenzwischenräume, denn ibn Schadad sagte: ,,Ich sah den Gesandten Allahs – sall-llahu ‚alaihi wa salam – wie er bei der Gebetswaschung mit seinem kleinen Finger seine Zehen rieb.“ (Abu Dawuud, Tirmidhi und andere. Shaykh Albani sagt Sahih)

Dies war der Ablauf der Gebetswaschung.

Es ist wünschenswert nach der Gebetswaschung folgendes Bittgebet zu sagen: Äsch-hädu än lä ilähä illa-lah wahdähu lä schärikä läh. Wä äsch-hädu än-nä muhammädän ‚abduhu wä rasuluh.

Die Bedeutung von dem Bittgebet ist: ,,Ich bezeuge, dass es keinen Ilah („Gott“) gibt, außer Allah in Seiner Einzigkeit, kein Teilhaber hat Er. Und ich bezeuge, daß Muhammad Sein Diener und sein Gesandter ist.

Beachte:

Du musst die Reihenfolge der Gebetswaschung einhalten, denn Allah hat sie so bestimmt. Du sollst dir für das Waschen eines Körperteils nicht so lange Zeit nehmen, dass das zuvor gewaschene Körperteil trocknet, denn Umar – Allahs Wohlgefallen auf ihm – berichtete: ,,Der Prophet – sall-llahu ‚alaihi wa salam sah einen betenden Mann, der auf seinem Fuß einen trockenen Fleck (so groß wie ein Dirham) hatte. Der Prophet – sallahu ‚alaihi wa salam – wies ihn dazu an, die Gebetswaschung und das Gebet zu wiederholen.” (Sunan Abu Dawud, Hadith Nr.175)

Das dreimalige Waschen jedes Körperteiles (bis auf Ohr und Kopf, welche ein mal gewaschen werden!) stellt eine Sunna dar, d.h. es ist nicht verpflichtend. Einmal ist das mindeste, zwei oder drei mal ist Sunna.

Weiterhin ist zu erwähnen, dass du alles, was verhindern könnte, dass das Wasser deine Haut erreicht (bei der Gebetswaschung), wie zum Beispiel Nagellack oder Ähnliches, vorher entfernen musst. Du sollst wissen, dass die Gebetswaschung so lange gültig ist, bist du etwas machst was sie ungültig macht (siehe: Die Voraussetzung für die Gebetswaschung und was sie ungültig macht).

Und Alles Lob gebührt Allah