Der Tawarruk-Sitz (جلستي التورك)

بسم الله الرحمن الرحيم

Das Mutawarrikan (جلستي التورك) sitzen während des Gebet

Das Mutawarrikan- Sitzen im Gebet ist eine bewiesene Sunnah des Propheten – Allahs Frieden und Segen auf ihn -. Imam al-Bukhaari berichtet [#828] von Abu Humayd al-Saa’idi – Allahs Wohlgefallen auf ihn – eine Beschreibung des Gebets vom Propheten – Allahs Frieden und Segen auf ihn -, worin er (also Abu Humayd) sagte: „Wenn er sich in der letzten Gebetseinheit hinsetzte, schickte er sein linkes Bein voraus, stellte seinen rechten Fuß aufrecht und ruhte sitzend auf seinem Gesäß.“ Und Abd-Allah Ibn Az-Zubayr – Allahs Wohlgefallen auf ihn – sagte: ,,Der Gesandte Allahs – Allahs Frieden und Segen auf ihn – pflegte sich wie folgt im Gebet hinzusetzen: Er schob seinen linken Fuß zwischen seinen Ober- und Unterschenkelund legte seinen rechten Fuß auf den Boden ab.“ [Sahih Muslim #909] Tawarruk oder das Sitzen in Mutawarrikan kann auf verschiedene Weise getan werden:

Erster Tawarruk1 – Der linke Fuß ist am Boden und der rechte wird aufrecht gehalten und beide nach rechts in Aussicht gestellt, mit den Gesäß bzw. Hinterbacken am Boden.

 

 

 

 

 

 

 

 

Zweiter Tawarruk2- Beide Füße sind aufrecht gehalten und ragen auf der rechten Seiteheraus. Das Gesäß bzw. die Hinterbacken sind am Boden.

 

 

 

 

 

 

 

Wann soll man im Mutawarrikan sitzen?

Schaykh Ibn Salih al-‚Uthaymin – möge Allah sich seiner erbarmen – wurde in Liqa al-Baab il-Maftuuh gefragt: ,,Wann sollte ein Betender im Gebet im mutawarrikan sitzen und in welchen Gebeten?

Er antwortete: ,,Im Tawarruk wird im letzten Tashahhud jedes Gebets, welches zwei Tashahhuds beinhaltet, gesessen. D.h. beim letzten Tashahhud im Mahgrib-Gebet, Isha-Gebet und ‚Asr und beim Dhuhur Gebet. Was die zwei-Rakah Gebete angeht, wie etwa Fajr und den regulären Sunnah-Gebeten, so gibt es darin kein Tawarruk. Der Tawarruk ist also lediglich beim letzten Tashahhud jedes Gebets das aus zwei Tashahhuds besteht.

Siehe auch: http://islamqa.info/en/ref/103886

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Die Zeiten für die fünf täglichen Gebete

{Das Gebet ist den Gläubigen zu bestimmten Zeiten vorgeschrieben} (4:103)

Alles Lob gebührt Allah.

Allah hat Seinen Dienern fünf Gebete am Tag und in der Nacht auferlegt und dies zu festgelegten, durch Allahs Weisheit, bestimmten Zeiten, so dass der Diener durch seine Gebete während dieser Zeiträume in Kontakt mit seinem Herrn treten kann. Die Gebete sind für das Herz so wie das Wasser  für einen Baum, welches nach und nach und nicht alles auf einmal, zugefügt und schließlich beendet wird.

Ein Teil der Weisheit, welche hinter der Verrichtung der Gebete zu diesen Zeiten, ist, dass die Menschen davon nicht gelangweilt sind oder sie als zu schwer empfinden. Dies wäre der Fall, wenn sie alle auf einmal verrichtet werden müssten. Gesegnet ist Allah, der Weiseste aller Richter. (Entnommen der Einführung von Risalat Ahkam Mawaqit as-Salah, einem Aufsatz über die Regeln der Gebetszeiten von Shaikh Muhammad Ibn Uthaimin – möge Allah ihm barmherzig sein.)

Die Gebetszeiten wurden vom Propheten (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) in folgendem Hadith erwähnt: „Die Zeit für Dhuhr beginnt, wenn die Sonne den Zenit passiert hat und der Schatten eines Mannes in der Länge seiner Höhe entspricht, bis die Zeit für Asr anbricht. Die Zeit für Asr dauert an, bis die Sonne sich gelb färbt. Die Zeit für Maghrib dauert an, bis die Abenddämmerung schwindet. Die Zeit für Isha dauert bis Mitternacht an. Die Zeit für Subh (Fajr) dauert bis zum Beginn der Vordämmerung, solange die Sonne noch nicht begonnen hat aufzugehen. Wenn der Sonnenaufgang beginnt, dann unterlasst das Gebet, denn sie geht zwischen den zwei Hörnern des Shaitan auf.“ (Muslim, 612)

Dieser Hadith erklärt die Zeiten der fünf täglichen Gebete. Was ihre Bestimmung anhand der Uhr anbelangt, so variiert dies von einer Stadt zu Stadt und von einem Land zum anderen. Wir werden alles detailliert erläutern:

1.         Die Zeit für Dhuhr

Der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Die Zeit für Dhuhr beginnt, wenn die Sonne den Zenit passiert hat und der Schatten eines Mannes in der Länge seiner Höhe entspricht, bis die Zeit für Asr anbricht.“ Somit legte der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) den Beginn und das Ende von Dhuhr fest. Der Beginn von Dhuhr ist, wenn die Sonne den Zenit passiert hat, d.h. sie hat den höchsten Teil des Himmels überquert und sinkt Richtung Westen hinab.

In der Praxis kann man so erkennen, wann der Zenit passiert wurde (und die Zeit für Dhuhr begonnen hat):

Stelle einen Stock oder Stab an einem offenen Platz auf. Wenn die Sonne im Osten aufgeht, wird der Schatten des Stocks in Richtung Westen weisen. Je höher die Sonne steigt, desto kürzer wird der Schatten werden. Solange er kürzer wird, hat die Sonne den Zenit noch nicht erreicht. Der Schatten wird kürzer werden, bis er einen bestimmten Punkt erreicht, dann wird er wieder größer werden, sich in Richtung Osten streckend. Wenn er auch nur ein kleines bisschen größer wird, dann hat die Sonne den Zenit passiert. An diesem Punkt hat die Zeit für Dhuhr begonnen.

Die Zeit des Zenits anhand einer Uhr erkennen: Teile die Zeit zwischen Sonnenaufgang und -untergang in zwei Hälften, das ist die Zeit des Zenits. Angenommen, dass die Sonne um 6 Uhr morgens auf- und um 6 Uhr abends untergeht, dann ist der Zenit um 12 Uhr mittags erreicht. Geht sie um 7 Uhr morgens auf und um 7 Uhr abends unter, dann ist der Zenit um 1 Uhr mittags erreicht usw. (siehe ash-Sharh al-Mumti 2/96)

Das Ende des Zeitraums für Dhuhr ist dann erreicht, wenn der Schatten jeder Sache ebenso lang ist, wie das Objekt selbst zuzüglich der Länge des Schattens des Objekts zur Zeit des Zenit.

In der Praxis kann man so erkennen, wann die Zeit für Dhuhr endet: Lasst uns annehmen, dass die Länge des oben beschriebenen Stockes einen Meter beträgt. Wir stellen fest, dass der Schatten, bevor die Sonne den Zenit erreicht hat, allmählich abnahm, bis er einen bestimmten Punkt erreichte (markiere diese Stelle). Dann begann er wieder zuzunehmen bis zu dem Punkt, an dem die Zeit für Dhuhr begann. Der Schatten wird weiter in Richtung Osten zunehmen, bis die Länge des Schattens der Länge des Objekts an sich entspricht, d.h. er wird einen Meter lang sein, beginnend an dem Punkt, der zur Zeit des Zenit markiert wurde. Der Schatten vor der Markierung wird nicht gezählt und er wird Fai az-Zawal (der Schatten des Zenit) genannt. An diesem Punkt endet die Zeit für Dhuhr und die Zeit für Asr beginnt sofort.

2.         Die Zeit für Asr

Der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Die Zeit für Asr dauert an, bis die Sonne sich gelb färbt.“

Wir wissen, dass die Zeit für Asr beginnt, wenn die Zeit für Dhuhr endet, d.h. wenn die Länge des Schattens eines Objekts der Länge des Objekts an sich entspricht. Es gibt zwei Zeitpunkte für das Ende von Asr:

  • Die bevorzugte Zeit, welche vom Beginn der Zeit für Asr andauert, bis die Sonne sich gelb färbt, da der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Die Zeit für Asr dauert an, bis die Sonne sich gelb färbt.“ Diese Zeit anhand der Uhr zu bestimmen, ist abhängig von der Jahreszeit.
  • Die Zeit der Notwendigkeit, welche dann beginnt, wenn die Sonne sich gelb färbt, bis zum Sonnenuntergang, da der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Wer ein Rakaa von Asr erreicht, bevor die Sonne untergeht, hast Asr erreicht.“ (Al-Bukhari, 579; Muslim, 608)

Frage: „Was ist mit der Zeit der Notwendigkeit gemeint?“

Antwort: „Notwendigkeit bezieht sich hier darauf, wenn jemand vom Verrichten des Asr durch zwingend notwendige und unvermeidbare Arbeit abgehalten wird, wie z.B. die Versorgung von Wunden, und er könnte beten, bevor die Sonne sich gelb färbt. Doch es ist schwierig und daher betet er kurz vor Sonnenuntergang. In diesem Fall hat er rechtzeitig gebetet und er hat keine Sünde begangen, denn dies ist die Zeit der Notwendigkeit. Wenn jemand gezwungen ist das Gebet zu verspäten, dann ist es keine Sünde, solange er betet, bevor die Sonne untergeht.“

3.         Die Zeit von Maghrib

Der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Die Zeit für Maghrib dauert an, bis die Dämmerung schwindet.“ Das heißt, die Zeit für Maghrib beginnt direkt nachdem die Zeit für Asr endet, nämlich mit dem Sonnenuntergang, bis die Dämmerung oder die Abendröte abgeklungen ist. Wenn die Abendröte vom Himmel verschwunden ist, endet die Zeit für Maghrib und die Zeit für Isha beginnt. Die Bestimmung dieser Zeit anhand der Uhr variiert entsprechend der Jahreszeiten. Wenn du siehst, dass die Abendröte vom Horizont verschwunden ist, dann ist das ein Zeichen dafür, dass die Zeit für Maghrib vorüber ist.

4.         Die Zeit von Isha

Der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Die Zeit für Isha dauert an bis Mitternacht.“

Somit beginnt die Zeit für Isha direkt nachdem die Zeit für Maghrib endet (d.h. wenn die Abendröte vom Himmelt verschwunden ist) und dauert an bis Mitternacht.

Frage: „Wie können wir Mitternacht berechnen?“

Antwort: „Berechne die Zeit zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang und teile sie in zwei Hälften. Die Mitte davon ist das Ende der Zeit für das Isha-Gebet (und das ist Mitternacht).“

Wenn die Sonne um 17 Uhr untergeht und Fajr um 5 Uhr morgens beginnt, dann ist Mitternacht um 23 Uhr. Geht die Sonne um 17 Uhr unter und Fajr beginnt um 6 Uhr morgens, dann ist Mitternacht um 23:30 Uhr usw.

5.         Die Zeit für Fajr

Der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Die Zeit für das Subh- (Fajr-) Gebet reicht vom Beginn der Vordämmerung bis die Sonne noch nicht aufzugehen begonnen hat. Wenn die Sonne beginnt aufzugehen, dann stoppt das Gebet, denn sie geht zwischen den zwei Hörnern des Shaitan auf.“

Die Zeit für Fajr beginnt mit Anbruch der „zweiten Dämmerung“ (al-Fajr ath-Thani) und endet mit dem Beginn des Sonnenaufgangs. Die „zweite Dämmerung“ ist die Helligkeit, die am Horizont im Osten erscheint und sich von Norden bis Süden erstreckt. Die „erste Dämmerung“ (al-Fajr al-Awwal) findet ca. eine Stunde vorher statt und es gibt Unterschiede zwischen diesen beiden:

  • Bei der „ersten Dämmerung“ erstreckt sich die Helligkeit von Osten bis Westen und bei der „zweiten Dämmerung“ erstreckt sie sich von Norden bis Süden.
  • Der „ersten Dämmerung“ folgt Dunkelheit, d.h. die Helligkeit dauert für einen kurzen Zeitraum an, dann wird es dunkel. Der „zweiten Dämmerung“ folgt keine Dunkelheit, sondern das Licht nimmt zu.
  • Die „zweite Dämmerung“ ist mit dem Horizont verbunden, ohne dass sich Dunkelheit zwischen ihr und dem Horizont befindet, wohingegen die „erste Dämmerung“ vom Himmel getrennt ist und sich Dunkelheit zwischen ihr und ihm befindet.

Siehe Sharh al-Mumti 2/107.

Shaikh Muhammad Salih al-Munajjid

Quelle: Islam-QA.com (Frage Nr. 9940)

Das Streichen über die Khuffayn (Ledersocken) u.ä. – المسح على الجوارب والخفين

بسم الله الرحمن الرحيم

Vorwort:

Allah, der Gepriesene und Erhabene, hat uns diese Religion leicht gemacht und trägt unserer Seele nichts auf, was wir nicht tragen können, so wie Er sagt: {Allah erlegt keiner Seele mehr auf, als sie zu leisten vermag} (2:286) und in einem anderen Vers heißt es: {Allah will es euch leicht machen, denn der Mensch ist (ja) schwach erschaffen} (4:28) Allah machte uns vieles leicht und gab uns viele Erleichterungen. Und dazu gehört auch das Streichen (Mash) über die Socken bzw. Khufayn bei bestimmten Bedingungen, denn es wird von Al-Mughirah überliefert: „Ich sah den Gesandten Allahs über die Oberseite seiner Socken streichen.“ (at-Tirmidhi):

Der Begriff Khufayn ist der Plural von Khuff,  was in etwa „Ledersocken“ bedeutet, so wie es Imam ash-Schawkaani erklärt hat: „Der Khuff ist eine Ledersocke, welcher das Sprungbein bedeckt.“ (Nail al autar) Die Muslime – bis auf die Sekten und Ketzer – sind sich einig, dass man über Khufayn streichen darf, denn dies wurde über den Propheten sall-llahu ‚alaihi wa salaam mehrfach (mutawatir) überliefert.

Darf man nur über Khufayn streichen oder auch über Dschaurab (,,Normale“ Socken oder auch Baumwollsocken)?

Dschauraban/ Dschaurabain ist der Plural von Dschaurab (Socke).

Der Faqih und Shaykh Muhammad ibn Salih al-‚Uthaimin sagt bzgl. der Bedeutung: „Die Bedeutung von Khuff ist das, was über dem Fuß getragen wird und aus Leder hergestellt ist und das was dem ähnlich ist. Die Bedeutung von Dschaurab ist das, was über den Fuß getragen wird und aus Baumwolle hergestellt ist und das was dem ähnlich ist. Es ist das, was gewöhnlich als ash Shurab bezeichnet wird.“

Dschaurab ist eine dünne Abdeckung für die Füße, die aus Wolle hergestellt ist. Diese dient dem Warmhalten der Füße, so wie es der Linguist Abu Bakr ibn al Arabi erklärt hat.

Gemäß der richtigen Ansicht – und Allah weiß es am besten – ist es legitim darüber zu streichen, denn Ibn Umar – Allahs Wohlgefallen auf ihm – sagte: ,,Das Bestreichen der Socken (Dschaurabain) ist genauso wie das Bestreichen der Ledersocken (Khufayn)“ (Überliefert bei Imam Tirmidhi: Sahih von Shaykh Albani)

Voraussetzungen für das Streichen (von Shaykh Dr. Abd al-Rahman al-Scheha)

1) Erste Bedingung: Die Schuhe oder Ähnliches müssen im Zustand der rituellen Gebetswaschung angezogen
werden.

2) Zweite Bedingung: Die Socken oder Ähnliches, müssen frei von unreinen Substanzen (Nadschasa) sein, denn andernfalls darf man weder die rituelle Benetzung (Streichen) durchführen, noch damit beten,
bis man diese Unreinheit beseitigt hat.

3) Dritte Bedingung: Die rituelle Benetzung darf nur für die rituelle Gebetswaschung (nach Verrichten der Notduft) und nicht für die rituelle Ganzkörperwaschung in Anspruch genommen werden.

4) Vierte Bedingung: Die rituelle Benetzung darf nur innerhalb der erlaubten Frist erfolgen. Dies ist ein Tag und eine Nacht (24 Std.) für die Ortsansässigen, und drei Tage und drei Nächte für die Reisenden (72 Std.).

5) Fünfte Bedingung: Das Bedecktsein der Stelle, über die gestrichen wird. (Dies bedeutet, dass die Socken alles bis zu den Knöcheln bedecken müssen)

Die Art und Weise des Streichens:

Richtig:

Es ist Sunna über beide (Leder)socken auf einmal zu streichen. Shaykh al-Munajjid sagt: ,,Die Methode (Art und Weise) in welcher man über (die Leder-Socken) streicht ist, die Finger auf die (Fuß-)Spitze zu tun, dann über den Fuß bis zum Schienbein zu streichen: Der Rechte Fuß soll mit der rechten Hand bestrichen werden und der linke Fuß mit der linken Hand. Die Finger sollten beim Bestreichen ausgestreckt sein und es soll nicht wiederholt werden.“

Falsch:

Dieses Streichen ist falsch, denn Ali ibn Abi Talib sagte: ,,Wäre die Religion mit der Meinung (ra’yi), so würde man auf der unteren Seite des Khuffs streichen, als oben. Ich habe den Gesandten Allahs gesehen, dass er auf der Oberfläche des Khuffs strich.“ (Überliefert bei Tirmidhi)

Und Alles Lob gebührt Allah