Wie soll eine Kranke Person beten?

بسم الله الرحمن الرحيم

Frage:

Wie soll eine Kranke Person beten?

Antwort:

1) Es ist für denjenigen, der krank ist, verpflichtend, das Pflichtgebet im Stehen zu verrichten, selbst wenn dies bedeutet, dass man sich dabei (vornüber)beugen oder sich gegen eine Wand lehnen oder auf einen Stock stützen muss, um sich aufrecht zu halten.

2) Wenn man nicht stehen kann, dann soll man im Sitzen beten, und noch besser ist es, wenn man an der Stelle des (Verrichtens des) Qiyam (Stehen) und Ruku (Verbeugung) mit gekreuzten Beinen betet.

3) Wenn man nicht im Sitzen beten kann, soll man auf der Seite liegend beten und sein Gesicht der Qibla zuwenden, und das Liegen auf der rechten Seite ist besser. Wenn man nicht in Richtung der Qibla beten kann, soll man in die Richtung beten, der man zugewendet ist, und das Gebet ist korrekt und man muss es nicht wiederholen.

4) Wenn man nicht auf der Seite liegend beten kann, dann soll man so beten, dass die Füße in Richtung der Qibla zeigen. Und was noch besser ist, ist, dass man sich bemüht und versucht, seinen Kopf ein wenig anzuheben, um (das Gesicht) der Qibla zuzuwenden, und wenn man nicht so beten kann, dass die Füße zur Qibla zeigen, dann soll man so beten, wie man ist und das Gebet muss nicht wiederholt werden.

5) Es ist für den Kranken verpflichtend, im Gebet den Ruku (Verbeugung) und Sujud (Niederwerfung) auszuführen. Wenn man dies nicht tun kann, dann soll man seine Bewegungen andeuten, indem man den Kopf bewegt, und man soll (seinen Kopf) für den Sujud tiefer machen als für den Ruku, und wenn man den Ruku ausführen kann, aber nicht dazu in der Lage ist, den Sujud auszuführen, dann genügt es, wenn man den Ruku ausführt und mit seinem Kopf den Sujud andeutet. Und wenn man dazu in der Lage ist, den Sujûd auszuführen, jedoch nicht den Ruku ausführen kann, dann soll man den Sujud ausführen und den Ruku andeuten.

6) Wenn man beim Ausführen des Sujud und des Ruku keine Andeutungen mit dem Kopf machen kann, dann soll man die Andeutungen mit seinen Augen machen, so dass man sie beim Ruku etwas schließt und beim Sujud etwas mehr.

Bezüglich des Zeigens mit dem Finger, wie es von einigen Kranken praktiziert wird, so kenne ich dafür keine Quellen aus Quran und Sunna oder den Aussagen der Gelehrten.

7) Wenn man weder mit dem Kopf noch mit den Augen andeuten kann, soll man mit seinem Herzen beten; also soll man den Takbir machen und (die notwendigen Surat aus dem Quran) rezitieren und die Absicht für Ruku, Sujud, Stehen und Sitzen mit dem Herzen fassen, denn „Jedem Menschen gebührt, was er beabsichtigt hat.“

8) Es ist für die kranke Person verpflichtend, das Gebet zur rechten Zeit zu verrichten und alles auszuführen, wozu man fähig ist. Wenn es einem schwer fällt, jedes einzelne Gebet zur rechten Zeit zu verrichten, kann man Dhuhr mit Asr und Isha mit Maghrib zusammenlegen – entweder Jamu at-Taqdim (was bedeutet), Asr zur Zeit des Dhuhr und Isha zur Zeit des Maghrib zu verrichten, oder Jamu at-Takhir (was bedeutet), das Dhuhr-Gebet bis zur Zeit des Asr und Maghrib bis Isha hinauszuzögern – je nachdem, was einem leichter fällt.

Das Fajr-Gebet jedoch kann nicht mit dem vorigen oder darauf folgenden (Gebet) zusammengelegt werden.

9) Wenn die kranke Person ein Reisender ist, der woanders als in seinem eigenen Land (medizinisch) behandelt wird, dann sollte er diejenigen Gebete verkürzen, die vier Rakat beinhalten, sodass er Dhuhr, Asr und Isha mit zwei Rakat betet, bis er wieder in sein Land zurückkehrt – unabhängig davon, ob die Reise über einen kurzen oder längeren Zeitraum ist.

Entnommen aus Fatawa Arkan al-Islam, S. 378

Quelle: Muslima.de.ms

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Das Gebet.

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