Anleitung zur Trockenreinigung – Tayammum (mit Bildern)

بسم الله الرحمن الرحيم

Vorwort:

Mit den Worten Allahs will ich diese kleine, aber nützliche, Anleitung zum Tayammum beginnen: {O die ihr glaubt, wenn ihr euch zum Gebet aufstellt, dann wascht euch (…) Und wenn ihr krank seid oder auf einer Reise oder jemand von euch vom Abort kommt oder ihr Frauen berührt habt und dann kein Wasser findet, so wendet euch dem guten Erdboden zu und streicht euch damit über das Gesicht und die Hände. Allah will euch keine Bedrängnis auferlegen, sondern Er will euch reinigen und Seine Gunst an euch vollenden, auf dass ihr dankbar sein möget.} (5:6) Allah, der Erhabene, hat uns diese Religion einfach gemacht und für jedes Problem gibt es eine Lösung.

Der Tayammum ist die Ersatzwaschung mit Erde für die allgemeine Gebetswaschung (Wudu) oder für die Ganzkörperwaschung (Ghusl), für den Fall, dass die Durchführung der Ganzkörperwaschung oder der Gebetswaschung nicht möglich ist oder unerwünscht bzw. nicht empfehlenswert ist (aufgrund einer Krankheit oder ähnlichem)

Wann Tayammum erlaubt ist und was es ungültig macht:

Nur in bestimmten Situationen ist es dem Muslim erlaubt die Rituelle Reinheit durch die Durchführung des Tayammum zu erlangen. In folgenden Situationen ist es erlaubt auf die Trockenreinigung (Tayammum) zurückzugreifen:

  1. Kein Wasser ist vorhanden.
  2. Es stellt eine Schwierigkeit dar Wasser zu bekommen
  3. Durch die Verwendung des Wasser verschlechtert sich der körperliche/gesundheitliche Zustand.
  4. Es ist nur extrem kaltes Wasser vorhanden und man kann dies nicht erwärmen.
  5. Man hat zwar Wasser vorhanden aber durch das Benutzen besteht die Gefahr zu verdursten.

Es gibt noch andere Situationen in denen man auf Tayammum zurückgreifen kann, jedoch sollten die angeführten Punkte ausreichen. Andere Situationen treffen eher selten ein, wie z.B., dass man zwar Wasser hat, aber durch das Benutzen würde man  seinem Begleiter, der das Wasser benötigt, schaden usw.)

Alles was die Gebetswaschung ungültig macht, macht auch die Trockenreinigung (Tayammum) ungültig. Sollte man wieder Wasser zur Verfügung haben bzw. die Situation hat sich geändert und man hat wieder die Möglichkeit sich mit Wasser zu reinigen, so macht dies auch den Tayammum ungültig.

Für weitere Einzelheiten bzgl. dem Tayammum verweise ich auf die schöne Abhandlung mit dem Titel: „Was man über die rituelle Reinheit wissen muss

Mit normaler Erde den Tayammum durchführen?

Allah sagt: {O die ihr glaubt, wenn ihr euch zum Gebet aufstellt, dann wascht euch (…) Und wenn ihr krank seid oder auf einer Reise oder jemand von euch vom Abort kommt oder ihr Frauen berührt habt und dann kein Wasser findet, so wendet euch dem guten Erdboden (Sa’iid Tayyib) zu und streicht euch damit über das Gesicht und die Hände. Allah will euch keine Bedrängnis auferlegen, sondern Er will euch reinigen und Seine Gunst an euch vollenden, auf daß ihr dankbar sein möget.} (5:6)

Man kann mit Allem was unter den Arabischen Begriff „Sa’iid Tayyib“ (reiner, guter Erdboden, so wie es in dem o.g. Vers heißt) fällt den Tayammum durchführen. Dazu gehört alles, was natürlicherweise auf der Erdoberfläche liegt, wie z.B. Erde, Ton, Sand, Stein usw.

Anleitung zum Tayammum:

Der Ablauf des Tayammum besteht aus 3 Positionen: Hände auf den Erdboden klopfen, sein Gesicht und anschließend die Hände abreiben.

‚Ammar Ibn Yasir – Allahs Wohlgefallen auf beiden –  berichtete: „Der Prophet -sallalahu ‚alaihi wa salam- sandte mich in einer Angelegenheit. Ich wurde Junubb (d.h. er befand sich im Janabazustand. Ein Zustand nach dem Austreten von Sperma oder nach dem Geschlechtsverkehr) und fand kein Wasser. Da wälzte ich mich auf der Erde, wie es ein Tier tut. Dann kam ich zum Propheten sallalahu ‚alaihi wa salam und berichtete ihm dies. Da sagte er: „Es hätte dir gereicht, wenn du es so gemacht hättest“. (Daraufhin) schlug der Prophet -sallalahu ‚alaihi wa salam- mit seinen beiden Handinnenflächen auf den Boden und blies in sie beide. Danach rieb er sein Gesicht und seine Hände ein.“ (Sahih al-Bukhari)

1) Nimm dir die Absicht (Niyya) für die Durchführung, entsprechend der Aussage des Propheten sallalahu ‚alaihi wa salam: ,,Wahrlich, die Taten sind entsprechend den Absichten.“ (Sahih al-Bukhari und Sahih Muslim)

2)

Klopfe anschließend mit deinen beiden Handinnenflächen auf den Boden, wobei die Finger gespreizt sein sollen (siehe Bild).

Danach bläst man in die Hände, damit der Staub weggeblasen wird (falls vorhanden!) und damit dieser im zweiten Schritt nicht in die Augen gelangt.

Der Beweis dafür ist die Aussage des Propheten sallalahu ‚alaihi wa salam: 
„Es hätte dir gereicht, wenn du es so gemacht hättest“. (Daraufhin) schlug der Prophet sallalahu ‚alaihi wa salam mit seinen beiden Handinnenflächen auf den Boden.

3)

Daraufhin reibst du dir das Gesicht mit den beiden Handinnenflächen einmal ein, so wie Allah, der Erhabene, sagt: {So wendet euch dem guten Erdboden zu und streicht euch damit über das Gesicht} (5:6)

Und der Prophet sallalahu ‚alaihi wa salam sagte, als er Ammar geantwortet hat: „Es hätte dir gereicht, wenn du es so gemacht hättest“. (Daraufhin) schlug der Prophet sallalahu ‚alaihi wa salam mit seinen beiden Handinnenflächen auf den Boden und blies in sie beide. Danach rieb er sein Gesicht.“ (Überliefert bei Sahih al-Bukhari)

4)

Nach dem Reiben des Gesichtes kommt das Reiben der linken Handinnenfläche über die rechte Hand und dann die rechte Handinnenfläche über die linken Hand. So wie es Allah, der Gepriesene und Erhabene, sagt: {So wendet euch dem guten Erdboden zu und streicht euch damit über das Gesicht und die Hände.} (5:6)

Als Beweis kann man auch die Aussage des Propheten sallalahu ‚alaihi wa salam heranziehen, als er Ammar erklärte wie der Tayammum geht: „Es hätte dir gereicht, wenn du es so gemacht hättest“. (Daraufhin) schlug der Prophet sallalahu ‚alaihi wa salam mit seinen beiden Handinnenflächen auf den Boden und blies in sie beide. Danach rieb er sein Gesicht.

Das war der Ablauf des Tayammum! Somit hast du die Rituelle Reinheit bis eine Situation eintrifft, die den Tayammum ungültig macht.

Und Alles Lob gebührt Allah

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Tahara.

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