Das Hinzufügen von „wa-sch-schukr“ nach dem „Rabbana wa-laka-l-Hamd“

Frage: Einige Leute fügen das Wort „wa-sh-shukr“ nach ihren Worten „Rabbana wa-laka-l-Hamd“ hinzu. Was ist Ihre Ansicht diesbezüglich?

Antwort: Es besteht kein Zweifel darin, dass die Einschränkung auf die überlieferten Adhkar (Gedenken) vorzuziehen ist. Wenn der Mensch nun sich von der Beugung (im Gebet) erhebt, so soll er sagen: „Rabana wa-laka-l-Hamd“ und er soll nicht „wa-sh-Shukr“ hinzufügen, weil es nicht überliefert wurde. Und passend dazu (wäre die Erwähnung), dass die überlieferten Versionen an dieser Stelle vier (Versionen) sind:

  1. Rabana wa-laka-l-Hamd
  2. Rabana laka-l-Hamd
  3. Allahumma Rabana laka-l-Hamd
  4. Allahumma Rabanaa wa-laka-l-Hamd

Dies sind die vier Versionen, die du aufsagst, aber nicht alle auf einmal. Allerdings sagst du dies einmal und das andere einmal. So sagst du in einem Gebet: „Rabana wa-laka-l-Hamd“. Und in einem anderen Gebet sagst du: „Rabana laka-l-Hamd“. Und in einem anderen (Gebet): „Allahumma Rabana laka-l-Hamd“. Und in einem anderen (Gebet): „Allahumma Rabanaa wa-laka-l-Hamd“. Aber was „wa-sh-Shukr“ angeht, so wurde es nicht überliefert. Deswegen sollte man es eher unterlassen.

Shaykh Ibn al-’Uthaymin – Rahimahullaah – in seinem Werk “Fatawa Arkaan al-Islaam”, Nr. 209

Wie soll sich die kranke Person reinigen?

بسم الله الرحمن الرحيم

Frage:

Wie soll sich die kranke Person reinigen?

Antwort:

1. Die kranke Person ist aufgefordert sich mit Wasser zu reinigen von der kleinen Unreinheit und mit Ghusl von der großen Unreinheit.

2. Wenn er nicht in der Lage ist, sich mit Wasser zu reinigen, aufgrund seiner Schwäche oder die Angst, die Krankheit zu verstärken, ist es erlaubt Tayammum zu vollziehen.

3. Die Art und Weise das Tayammum zu vollziehen ist, dass man die saubere Erde einmal mit den Händen aufschlägt, dann das Gesicht damit wischt, dann seine Hände, eine mit der anderen wischt.

4. Wenn er nicht in der Lage ist sich zu reinigen, sollte eine andere Person ihm dabei helfen die Reinigung oder den Tayammum zu vollziehen.

5. Wenn ein bestimmter Teil des Körpers, der gereinigt werden soll, verwundet ist, sollte er es mit Wasser waschen; aber wenn die Reinigung mit Wasser ihm Schaden zufügen wird, dann kann er seine Hand mit Wasser befeuchten und darüber streichen. Wenn das Abwischen darüber auch Schaden zufügen kann, kann er Tayammum durchführen.

6. Wenn er eine starke Fraktur in irgendeinem Glied hat, das mit einer Bekleidung bedeckt oder vergipst ist, kann er darüber mit Wasser streichen, anstatt es zu waschen, und es bedarf kein Tayammum, weil das Streichen das Waschen ersetzt.

7. Es ist erlaubt Tayammum an einer Wand zu vollziehen, oder alles andere was sauber ist und mit Staub bedeckt ist. Wenn eine Wand mit etwas anderem wie Erde bedeckt ist, wie z.B. Wandfarbe, dann sollte man nicht Tayammum damit vollziehen, außer wenn es mit Staub bedeckt ist.

8. Wenn für Tayammum auf der Erde, Wand oder sonstigem kein Staub vorhanden ist, gibt es keine Einwände dagegen, Staub in einem Behälter oder Taschentuch zu sammeln, um damit Tayammum zu vollziehen.

9. Wenn eine Person Tayammum für ein Gebet vollzieht, und er bleibt in einem reinen Zustand bis zum nächsten Gebet, so kann er mit dem Tayammum, den er vorher vollzogen hat, das Gebet verrichten, und muss es nicht wiederholen, da er rein bleibt und es nichts ungültig gemacht hat.

10. Die krankte Person ist verpflichtet seinen Körper von jeglicher Unreinheit zu säubern, wenn er jedoch dazu nicht in der Lage ist, kann er in diesem Zustand beten, sein Gebet ist korrekt und er braucht es nicht zu wiederholen.

11. Die kranke Person ist aufgefordert in sauberer Kleidung zu beten, und wenn sie verschmutzt/ verunreinigt wird, muss sie gereinigt oder mit sauberer Kleidung ausgewechselt werden. Wenn dies nicht möglich ist, kann er in diesem Zustand beten, und sein Gebet ist korrekt und er braucht es nicht zu wiederholen.

12. Die krankte Person ist verpflichtet auf etwas sauberem zu beten, und wenn dies verschmutzt/ verunreinigt wird, muss es gereinigt/ mit etwas sauberem ausgetauscht/ oder mit etwas sauberem bedeckt werden. Wenn dies nicht möglich ist, kann er auf diesem beten, sein Gebet ist korrekt und er braucht es nicht zu wiederholen.

13. Es ist für den Kranken nicht erlaubt, das Gebet aufgrund seiner Unfähigkeit Reinheit zu erlangen zu verzögern; vielmehr sollte er sich reinigen – so viel wie möglich – und das Gebet pünktlich verrichten, selbst wenn Unreinheiten auf seinem Körper, seiner Kleidung oder dem Gebetsort sind, welche nicht entfernt werden können.

Entnommen aus dem Fatawa Islamiyah, Band 2: von ash-Shaykh wa Faqih Ibnu al-Uthaimin

Wie soll eine Kranke Person beten?

بسم الله الرحمن الرحيم

Frage:

Wie soll eine Kranke Person beten?

Antwort:

1) Es ist für denjenigen, der krank ist, verpflichtend, das Pflichtgebet im Stehen zu verrichten, selbst wenn dies bedeutet, dass man sich dabei (vornüber)beugen oder sich gegen eine Wand lehnen oder auf einen Stock stützen muss, um sich aufrecht zu halten.

2) Wenn man nicht stehen kann, dann soll man im Sitzen beten, und noch besser ist es, wenn man an der Stelle des (Verrichtens des) Qiyam (Stehen) und Ruku (Verbeugung) mit gekreuzten Beinen betet.

3) Wenn man nicht im Sitzen beten kann, soll man auf der Seite liegend beten und sein Gesicht der Qibla zuwenden, und das Liegen auf der rechten Seite ist besser. Wenn man nicht in Richtung der Qibla beten kann, soll man in die Richtung beten, der man zugewendet ist, und das Gebet ist korrekt und man muss es nicht wiederholen.

4) Wenn man nicht auf der Seite liegend beten kann, dann soll man so beten, dass die Füße in Richtung der Qibla zeigen. Und was noch besser ist, ist, dass man sich bemüht und versucht, seinen Kopf ein wenig anzuheben, um (das Gesicht) der Qibla zuzuwenden, und wenn man nicht so beten kann, dass die Füße zur Qibla zeigen, dann soll man so beten, wie man ist und das Gebet muss nicht wiederholt werden.

5) Es ist für den Kranken verpflichtend, im Gebet den Ruku (Verbeugung) und Sujud (Niederwerfung) auszuführen. Wenn man dies nicht tun kann, dann soll man seine Bewegungen andeuten, indem man den Kopf bewegt, und man soll (seinen Kopf) für den Sujud tiefer machen als für den Ruku, und wenn man den Ruku ausführen kann, aber nicht dazu in der Lage ist, den Sujud auszuführen, dann genügt es, wenn man den Ruku ausführt und mit seinem Kopf den Sujud andeutet. Und wenn man dazu in der Lage ist, den Sujûd auszuführen, jedoch nicht den Ruku ausführen kann, dann soll man den Sujud ausführen und den Ruku andeuten.

6) Wenn man beim Ausführen des Sujud und des Ruku keine Andeutungen mit dem Kopf machen kann, dann soll man die Andeutungen mit seinen Augen machen, so dass man sie beim Ruku etwas schließt und beim Sujud etwas mehr.

Bezüglich des Zeigens mit dem Finger, wie es von einigen Kranken praktiziert wird, so kenne ich dafür keine Quellen aus Quran und Sunna oder den Aussagen der Gelehrten.

7) Wenn man weder mit dem Kopf noch mit den Augen andeuten kann, soll man mit seinem Herzen beten; also soll man den Takbir machen und (die notwendigen Surat aus dem Quran) rezitieren und die Absicht für Ruku, Sujud, Stehen und Sitzen mit dem Herzen fassen, denn „Jedem Menschen gebührt, was er beabsichtigt hat.“

8) Es ist für die kranke Person verpflichtend, das Gebet zur rechten Zeit zu verrichten und alles auszuführen, wozu man fähig ist. Wenn es einem schwer fällt, jedes einzelne Gebet zur rechten Zeit zu verrichten, kann man Dhuhr mit Asr und Isha mit Maghrib zusammenlegen – entweder Jamu at-Taqdim (was bedeutet), Asr zur Zeit des Dhuhr und Isha zur Zeit des Maghrib zu verrichten, oder Jamu at-Takhir (was bedeutet), das Dhuhr-Gebet bis zur Zeit des Asr und Maghrib bis Isha hinauszuzögern – je nachdem, was einem leichter fällt.

Das Fajr-Gebet jedoch kann nicht mit dem vorigen oder darauf folgenden (Gebet) zusammengelegt werden.

9) Wenn die kranke Person ein Reisender ist, der woanders als in seinem eigenen Land (medizinisch) behandelt wird, dann sollte er diejenigen Gebete verkürzen, die vier Rakat beinhalten, sodass er Dhuhr, Asr und Isha mit zwei Rakat betet, bis er wieder in sein Land zurückkehrt – unabhängig davon, ob die Reise über einen kurzen oder längeren Zeitraum ist.

Entnommen aus Fatawa Arkan al-Islam, S. 378

Quelle: Muslima.de.ms

al-Mani (Sperma), al-Mathi (Vorsamen) und al-Wadi (Nachtropfen)

بسم الله الرحمن الرحيم

Leider wissen viele Muslime nicht wie zu handeln ist, wenn man bemerkt das aus dem Geschlechtsorgan eine Flüssigkeit (Urin ausgeschlossen) ausgetreten ist. Bei welchen die Ganzkörperwaschung (Ghusl) verpflichtend ist und bei welchen die Gebetswaschung ausreicht. So Allah will wird dieser Beitrag für Aufklärung sorgen:

Frage: Wie lauten die drei Flüssigkeiten (Urin ausgeschlossen) die einen dazu veranlassen die Ganzkörperwaschung (Ghusl) zu machen?

Antwort:

Es gibt drei Flüssigkeiten (Urin ist ausgeschlossen) die aus dem Penis kommen:

(1) al-Mani, der Sperma; es ist rein. Dieser wird durch Erregung ausgestoßen. Diesem folgt eine gewisse Erschlaffung des gesamten Körpers. Seine Farbe ist weiß und geht zu gelb hinüber. Er ist dickflüssig und wird durch mehrere Schübe ausgestoßen. Sein Geruch ähnelt dem Geruch von Teig und wenn er trocknet riecht er wie rohes Eiweiß.

Urteil: Man ist dazu angehalten wenn dieser ausgetreten ist, gleichgültig ob dies im Schlaf oder im Wachzustand geschehen ist, sei es durch den Geschlechtsverkehr oder durch den unwillkürlichen Orgasmus im Schlaf oder durch die verbotene Selbstbefriedigung, sich zu waschen (Ganzkörperwaschung). Und wenn man während des Fastens absichtlich den Samenerguss herbeifürt, so wird das Fasten ungültig.

(2) al-Mathi, der Vorsamen; es hat eine leichte Unreinheit. Es ist ein weiches, schleimartiges, durchsichtiges Wasser, welches keine Farbe hat. Es tritt bei Sexspielchen, beim Gedanken am Geschlechtsakt, beim alleinigen Willen, beim Ansehen (einer Frau) oder bei anderen Dingen in Form von Tropfen auf der Eichel des Penis heraus. Und eventuell bemerkt man nicht den Austritt des Vorsamens.

Urteil: Man ist dazu angehalten den Vorsamen von der Kleidung und vom Körper zu entfernen. Und es genügt Streuen mit dem Wasser (auf die Kleidung und auf den Körper), weil seine Unreinheit leicht ist. Man muss den Penis und die Hoden waschen. Und der Austritt des Vorsamens macht die Gebetswaschung ungültig. So ist man dazu angehalten die Gebetswaschung zu wiederholen, jedoch nicht die Ganzkörperwaschung.

Wenn man nach dem Schlaf eine Feuchtigkeit warnimmt, so ist es Wahrscheinlich auf einen Samenerguss (al-Mani) zurückzuführen. Sollte man sich nicht sicher sein, handelt es sich offensichtlich entweder um Sperma oder Vorsamen (Mathi). Al-Mathi ist gewiss und Mani (Sperma) ungewiss und gemäß dem Grundsatz im Fiqh: ,,Gewissheit wird nur durch Gewissheit beseitigt“ geht man davon aus, dass man nur im Zustand der kleinen Unreinheit ist, sofern man nicht im Zustand der großen Unreinheit schlafen gegangen ist.

(3) al-Wadi, der Nachtropfen: Es ist unrein. Es tritt nach dem Urinieren aus. Es ist nicht schleimig, es ist weiß, dick und ähnelt dem Urin in der Dicke und unterscheidet sich vom Urin in der Trübheit. Es hat keinen Geruch.

Urteil: Es hat dasselbe Urteil wie beim Urin in der Unreinheit und in der Reinigung.

Allāh weiß am besten.

Quelle: Ahlu-Sunnah.com Forum: Beitrag vom User „Abū al-Qaa-Qaa“

„Ergänzt“ von al-Qiyaam

Anleitung zur Trockenreinigung – Tayammum (mit Bildern)

بسم الله الرحمن الرحيم

Vorwort:

Mit den Worten Allahs will ich diese kleine, aber nützliche, Anleitung zum Tayammum beginnen: {O die ihr glaubt, wenn ihr euch zum Gebet aufstellt, dann wascht euch (…) Und wenn ihr krank seid oder auf einer Reise oder jemand von euch vom Abort kommt oder ihr Frauen berührt habt und dann kein Wasser findet, so wendet euch dem guten Erdboden zu und streicht euch damit über das Gesicht und die Hände. Allah will euch keine Bedrängnis auferlegen, sondern Er will euch reinigen und Seine Gunst an euch vollenden, auf dass ihr dankbar sein möget.} (5:6) Allah, der Erhabene, hat uns diese Religion einfach gemacht und für jedes Problem gibt es eine Lösung.

Der Tayammum ist die Ersatzwaschung mit Erde für die allgemeine Gebetswaschung (Wudu) oder für die Ganzkörperwaschung (Ghusl), für den Fall, dass die Durchführung der Ganzkörperwaschung oder der Gebetswaschung nicht möglich ist oder unerwünscht bzw. nicht empfehlenswert ist (aufgrund einer Krankheit oder ähnlichem)

Wann Tayammum erlaubt ist und was es ungültig macht:

Nur in bestimmten Situationen ist es dem Muslim erlaubt die Rituelle Reinheit durch die Durchführung des Tayammum zu erlangen. In folgenden Situationen ist es erlaubt auf die Trockenreinigung (Tayammum) zurückzugreifen:

  1. Kein Wasser ist vorhanden.
  2. Es stellt eine Schwierigkeit dar Wasser zu bekommen
  3. Durch die Verwendung des Wasser verschlechtert sich der körperliche/gesundheitliche Zustand.
  4. Es ist nur extrem kaltes Wasser vorhanden und man kann dies nicht erwärmen.
  5. Man hat zwar Wasser vorhanden aber durch das Benutzen besteht die Gefahr zu verdursten.

Es gibt noch andere Situationen in denen man auf Tayammum zurückgreifen kann, jedoch sollten die angeführten Punkte ausreichen. Andere Situationen treffen eher selten ein, wie z.B., dass man zwar Wasser hat, aber durch das Benutzen würde man  seinem Begleiter, der das Wasser benötigt, schaden usw.)

Alles was die Gebetswaschung ungültig macht, macht auch die Trockenreinigung (Tayammum) ungültig. Sollte man wieder Wasser zur Verfügung haben bzw. die Situation hat sich geändert und man hat wieder die Möglichkeit sich mit Wasser zu reinigen, so macht dies auch den Tayammum ungültig.

Für weitere Einzelheiten bzgl. dem Tayammum verweise ich auf die schöne Abhandlung mit dem Titel: „Was man über die rituelle Reinheit wissen muss

Mit normaler Erde den Tayammum durchführen?

Allah sagt: {O die ihr glaubt, wenn ihr euch zum Gebet aufstellt, dann wascht euch (…) Und wenn ihr krank seid oder auf einer Reise oder jemand von euch vom Abort kommt oder ihr Frauen berührt habt und dann kein Wasser findet, so wendet euch dem guten Erdboden (Sa’iid Tayyib) zu und streicht euch damit über das Gesicht und die Hände. Allah will euch keine Bedrängnis auferlegen, sondern Er will euch reinigen und Seine Gunst an euch vollenden, auf daß ihr dankbar sein möget.} (5:6)

Man kann mit Allem was unter den Arabischen Begriff „Sa’iid Tayyib“ (reiner, guter Erdboden, so wie es in dem o.g. Vers heißt) fällt den Tayammum durchführen. Dazu gehört alles, was natürlicherweise auf der Erdoberfläche liegt, wie z.B. Erde, Ton, Sand, Stein usw.

Anleitung zum Tayammum:

Der Ablauf des Tayammum besteht aus 3 Positionen: Hände auf den Erdboden klopfen, sein Gesicht und anschließend die Hände abreiben.

‚Ammar Ibn Yasir – Allahs Wohlgefallen auf beiden –  berichtete: „Der Prophet -sallalahu ‚alaihi wa salam- sandte mich in einer Angelegenheit. Ich wurde Junubb (d.h. er befand sich im Janabazustand. Ein Zustand nach dem Austreten von Sperma oder nach dem Geschlechtsverkehr) und fand kein Wasser. Da wälzte ich mich auf der Erde, wie es ein Tier tut. Dann kam ich zum Propheten sallalahu ‚alaihi wa salam und berichtete ihm dies. Da sagte er: „Es hätte dir gereicht, wenn du es so gemacht hättest“. (Daraufhin) schlug der Prophet -sallalahu ‚alaihi wa salam- mit seinen beiden Handinnenflächen auf den Boden und blies in sie beide. Danach rieb er sein Gesicht und seine Hände ein.“ (Sahih al-Bukhari)

1) Nimm dir die Absicht (Niyya) für die Durchführung, entsprechend der Aussage des Propheten sallalahu ‚alaihi wa salam: ,,Wahrlich, die Taten sind entsprechend den Absichten.“ (Sahih al-Bukhari und Sahih Muslim)

2)

Klopfe anschließend mit deinen beiden Handinnenflächen auf den Boden, wobei die Finger gespreizt sein sollen (siehe Bild).

Danach bläst man in die Hände, damit der Staub weggeblasen wird (falls vorhanden!) und damit dieser im zweiten Schritt nicht in die Augen gelangt.

Der Beweis dafür ist die Aussage des Propheten sallalahu ‚alaihi wa salam: 
„Es hätte dir gereicht, wenn du es so gemacht hättest“. (Daraufhin) schlug der Prophet sallalahu ‚alaihi wa salam mit seinen beiden Handinnenflächen auf den Boden.

3)

Daraufhin reibst du dir das Gesicht mit den beiden Handinnenflächen einmal ein, so wie Allah, der Erhabene, sagt: {So wendet euch dem guten Erdboden zu und streicht euch damit über das Gesicht} (5:6)

Und der Prophet sallalahu ‚alaihi wa salam sagte, als er Ammar geantwortet hat: „Es hätte dir gereicht, wenn du es so gemacht hättest“. (Daraufhin) schlug der Prophet sallalahu ‚alaihi wa salam mit seinen beiden Handinnenflächen auf den Boden und blies in sie beide. Danach rieb er sein Gesicht.“ (Überliefert bei Sahih al-Bukhari)

4)

Nach dem Reiben des Gesichtes kommt das Reiben der linken Handinnenfläche über die rechte Hand und dann die rechte Handinnenfläche über die linken Hand. So wie es Allah, der Gepriesene und Erhabene, sagt: {So wendet euch dem guten Erdboden zu und streicht euch damit über das Gesicht und die Hände.} (5:6)

Als Beweis kann man auch die Aussage des Propheten sallalahu ‚alaihi wa salam heranziehen, als er Ammar erklärte wie der Tayammum geht: „Es hätte dir gereicht, wenn du es so gemacht hättest“. (Daraufhin) schlug der Prophet sallalahu ‚alaihi wa salam mit seinen beiden Handinnenflächen auf den Boden und blies in sie beide. Danach rieb er sein Gesicht.

Das war der Ablauf des Tayammum! Somit hast du die Rituelle Reinheit bis eine Situation eintrifft, die den Tayammum ungültig macht.

Und Alles Lob gebührt Allah

Anleitung zur Gebetswaschung (mit Bildern)

بسم الله الرحمن الرحيم

Vorwort: 

Damit das Gebet eines Muslim gültig ist,  hat er zuvor die Rituelle Reinheit (al-Wuduu) zu erlangen. Allah – der Erhabene- sagt:  {O die ihr glaubt, wenn ihr euch zum Gebet aufstellt, dann wascht euch das Gesicht und die Hände bis zu den Ellbogen und streicht euch über den Kopf und (wascht euch) die Füße bis zu den Knöcheln. Und wenn ihr im Zustand der Unreinheit seid, dann reinigt euch} (5:6)

Es ist wichtig, dass wir die Gebetswaschung so vollziehen, wie es uns der Prophet –  ‚alaihi salatu wa salam – beigebracht hat. Dazu gehört auch, dass man sparsam Wasser benutzt, so wie er – ‚alaihi salatu wa salam –  dies zu tun pflegte. Anas – Radi’a Allaahu ‚anhu – berichtet: ,,Der Prophet pflegte die Gebetswaschung mit einem Mudd (Wasser) zu machen und Ghusl (Ganzkörperwaschung) mit einem Saa‘ bis fünf Mudds“ (Sahih Muslim)

Ein Saa‘ entspricht vier Mudds (ein Mudd ist die Menge, die in zwei zusammengehaltene Handflächen passt.)

Wir müssen uns auch darüber im Klaren sein, welche Vorzüge die Gebetswaschung beinhaltet: Nu’aim Al-Mughmir berichtete: ,,Ich stieg mit Abu Huraira auf das Dach der Moschee; er beendete dort seinen Wudhu und sagte anschließend: Ich hörte den Propheten – sall-llahu ‚alaihi wa salam – sagen: Die Angehörigen meiner Umma werden am Tage der Auferstehung aufgerufen, und sie werden mit einem Mal auf der Stirn und einem Reifen am Fußgelenk – als Spuren des Wudhu – erscheinen. Wer von euch dann die Dauer seiner Niederwerfung  (im Gebet) verlängern kann, der soll es tun.“ (Sahih al-Bukhari, Nr. 136)

Der Prophet sagt: ,,Der Schlüssel zum Gebet ist die Reinheit“ und in einer anderen Überlieferung sagt der Prophet – sall-llahu ‚alaihi wa salaam -: ,,Es wird kein Gebet ohne gültige Gebetswaschung und kein Almosen aus Betrug angenommen.” (Sahih Muslim,Hadith Nr. 479)

Die Voraussetzung für die Gebetswaschung und was sie ungültig macht:

Im Bezug auf die Voraussetzungen die die Gebetswaschung mit sich zieht, sagt der großartige Shaykh Salih al-Munajjid – möge Allah ihn bewahren -: ,,Die Bedingungen der Gebetswaschung  (Wudu) sind: Muslim zu sein, bei gesundem Verstand zu sein, das Alter des Urteilsvermögens erreicht und die Absicht zum Verrichten des Wudu gefasst zu haben. Wudu ist nicht gültig bei einem Kafir, einem Geisteskranken, einem kleinen Kind, welches noch nicht das Alter des Urteilsvermögens erreicht hat, oder bei demjenigen, der nicht die Absicht dazu hatte, Wudu zu vollziehen, sondern seine Absicht war es beispielsweise, sich abzukühlen. Das Wasser muss außerdem rein (tahir) sein, denn unreines (najis) Wasser kann nicht für Wudu verwendet werden. Man muss weiterhin alles entfernen, was das Wasser vom Kontakt mit der Haut und den Nägeln abhalten könnte, wie z.B. Nagellack.“ (IslamQA.com Frage Nr. 11497)

Was die Gebetswaschung ungültig macht:

  1. Das Austreten von Etwas aus den Ausscheidungsorganen (Stuhlgang, Urin, Blähungen, Madhi – Vorsperma, Wadhi – Nachsperma usw.)
  2. tiefer Schlaf (das „kurze Einnicken“ gehört nicht dazu) oder Bewusstlosigkeit
  3. direktes Berühren (ohne eine Barriere dazwischen zu haben) des Geschlechtsteils, egal ob mit oder ohne Lust.
  4. Essen von Kamelfleisch

Die angeführten Punkte machen die Gebetswaschung ungültig. Einige Gelehrte ergänzen die Liste noch um weitere Punkte und vertreten die Meinung das z.B. durch das Anfassen der Frau, Erbrechen, Bluten usw. die Gebetswaschung ungültig wird.

Für weitere Einzelheiten empfehle ich die Abhandlung „Was man über die rituelle Reinheit wissen muss

Anleitung der Gebetswaschung:

Nachdem das Obengenannte beachtet wurde, nehme die Absicht für die Gebetswaschung und beginne mit der Basmallah (Bismillah- ,,im Namen Allahs“- sagen). Dies aufgrund des Hadith des Propheten: ,,Es gibt kein Wudu (Gebetswaschung) für den, der dabei nicht Allahs Namen erwähnt.“ (Tirmidhi und andere, ash-Shaykh al-Albani sagt: Sahih)

1)

Wäsche deine Hände drei mal bis zum Handgelenk. Der Beweis dafür ist: ,,Ich sah den Propheten seine rituelle Gebetswaschung verrichten und wie er seine Hände dreimal (bis zum Handgelenk) wusch. ”  (Musnad Al-Imam Ahmad, Hadith Nr. 16225)

2)

Anschließend nimmst du mit deiner rechten Hand Wasser und spülst deinen Mund drei mal aus, denn der Prophet sagte: ,,Wenn du die Gebetswaschung machst, dann wasche deinen Mund“ (al-Bayhaqi, Sahih Isnaad) Nun nimmst du wieder Wasser in deine rechte Hand und ziehst es (leicht) durch die Nasenlöcher in deine Nase hinein. Dann schnäuzt du deine Nase mit der linken Hand aus. Dieser Vorgang wird (auch) drei mal wiederholt Dies aufgrund der Aussage des Propheten – sall-llahu ‚alaihi wa salam -: ,,Wenn einer von euch die Gebetswaschung durchführt, dann soll er Wasser in seine Nase eintreten lassen, dann ausschnauben“ (wird in den beiden Sahihayn, d.h. in al-Bukhari und Muslim überliefert)

Diese Vorgänge werden wie folgt genannt: „al-Madmadah“: das gründliche Waschen und Spülen des Mundes; „al-Instinschaa“: das Wasser in die Nase einführen und „al-Instinthaar“: das Ausschnauben des Wassers aus der Nase.

3)

 Nach dem Mund und der Nase folgt das Gesicht. Zum Gesicht zählt der Bereich zwischen dem Haaransatz über der Stirn bis zum Unterteil des Kinns und vom Ohrläppchen bis zur Ohrspitze. Dieser Bereich muss (auch) drei mal gewaschen werden. Der Beweis hierfür ist: Humraan ibn Abaan – Allahs Wohlgefallen auf ihm – berichtet, dass Uthman – Allahs Wohlgefallen auf ihm – um Wasser für die Gebetswaschung bat und dann die Art und Weise erläuterte, wie der Prophet – sall-llahu ‚alaihi wa salam – Wudu machte. Humraan sagte: ,,Dann wusch er sein Gesicht dreimal.“ (al-Bukhari und Muslim überliefern dies)

Es gehört zur Sunna (d.h. der Prophet tat dies) für die Männer, dass man zusätzlich mit den feuchten Fingern durch den Bart fährt. Der Beweis ist: ,,Uthman berichtet, dass der Prophet – sall-llahu ‚alaihi wa salam – durch seinen Bart zu streichen pflegte.“ (Tirmidhi und andere. Sein Insaad ist Sahih) und in einer anderen Überlieferung wird von Anas berichtet, dass der Prophet – sall-llahu ‚alaihi wa salam – wenn er die Gebetswaschung verrichtete, eine Handvoll Wasser zu nehmen pflegte, es unter sein Kinn führte, es in seinen Bart rieb und sagte: ,,Dies ist was mein Herr – Gepriesen und Erhaben ist Er – mir befahl zu tun.“ (Abu Dawuud, al-Bayhaqi und al-Haakim. Shaykh al-Albani erklärt ihn für Sahih)

4)

Nach dem du mit Schritt 3) fertig bist, folgen deine Arme, die du drei mal waschen musst. Der Arm umfasst hierbei die Fingerspitzen bis zu den Ellenbogen, beginnend mit der rechten Seite, aufgrund der Aussage Allahs:   {O die ihr glaubt, wenn ihr euch zum Gebet aufstellt, dann wascht euch das Gesicht und die Hände bis zu den Ellbogen} (5:6) Falls du einen Ring oder eine Uhr trägst, so sollst du sie während dem Waschen bewegen (oder ganz ausziehen), damit das Wasser auch an diese Stellen kommt.

5)

Streiche nun mit deinen nassen Händen einmal über deinen Kopf. Der Bereich des Kopfes umfasst den Vorderteil des Kopfes bis zum Nackenansatz. Darüber musst du streichen und anschließend (von Nackenansatz) wieder zurück zum Vorderteil. Der Beweis ist die Aussage Allahs: {O die ihr glaubt, wenn ihr euch zum Gebet aufstellt, dann wascht euch (…) und streicht euch über den Kopf} (5:6) Und Abdullah ibn Zaid berichtet: ,,Dass der Prophet – sall-llahu ‚alaihi wa salam – angefangen vom Vorderteil seines Kopfes über die Haare bis zum Hinterkopf und wieder zurück strich. Dann verrichtete der Prophet –  sall-llahu ‚alaihi wa salam –  seine rituelle Gebetswaschung, indem er seine Hände dreimal wusch.”   (Sahih Al-Bukhari, Hadith Nr. 183) Über den kompletten Kopf zu streichen und nicht nur über einen Teil davon, stellt eine Pflicht dar.

6)

Anschließend führst du deine Zeigefinger in die Ohren und streichst mit den Daumen außen entlang. Ibn Abbaas  – Allahs Wohlgefallen auf ihm – beschrieb die rituelle Gebetswaschung des Propheten: ,,Dann strich er nur ein mal über seinen Kopf und die Ohren.“ Und in einer anderen Überlieferung von Abdullah ibn ‚Amr heißt es: „Dann strich er über seinen Kopf, führte seine Zeigefinger in die Ohren und strich mit den Daumen außen entlang. ” (Abu Dawud) Diesen Vorgang machst du nur einmal.

Für die Ohren gelten die gleichen Regeln wie für den Kopf, denn in einer authentischen Überlieferung sagt der Prophet – sall-llahu ‚alaihi wa salam -: ,,Die zwei Ohren sind Teil des Kopfes.“ (Tirmidhi, Abu Daawud und andere. Shaykh Albani sagt Sahih) Und Allah, der Erhabene befielt uns über unsere Köpfe zu streichen: {O die ihr glaubt, wenn ihr euch zum Gebet aufstellt, dann wascht euch (…) und streicht euch über den Kopf} (5:6)

7)

Nach dem du über deine Ohren gewischt hast folgen deine Füße, welche du bis zu den Knöcheln drei mal waschen muss. Dies aufgrund der Aussage Allahs: {O die ihr glaubt, wenn ihr euch zum Gebet aufstellt, dann wascht euch (…) und (wascht euch) die Füße bis zu den Knöcheln} (5:6) Beginne bei der Zehenspitze und geh weiter bis zum Knöchel. Abu Hurairah – Allahs Wohlgefallen auf ihm berichtet, dass der Prophet – sall-llahu ‚alaihi wa salam – einen Mann gesehen hat, der seine Knöcheln nicht  gewaschen hatte, und sagte ihm: „Wehe den Knöcheln wenn sie im Höllenfeuer brennen.”(Sahih Muslim, Hadith Nr.242) In einer anderen Überlieferung von al-Bukhari und Muslim von Humraan ibn Abaan heißt es, dass Uthman um Wasser zur Gebetswaschung bat und dann die Gebetswaschung des Propheten erwähnte. Dazu sagte dann Humraan: ,,Er wusch dann seinen rechten Fuß dreimal bis zum Knöchel und dann seinen linken Fuß dreimal bis zum Knöchel.“

Es ist wichtig das man seinen Fuß gründlich wäscht. Dazu gehört auch das Waschen der Zehenzwischenräume, denn ibn Schadad sagte: ,,Ich sah den Gesandten Allahs – sall-llahu ‚alaihi wa salam – wie er bei der Gebetswaschung mit seinem kleinen Finger seine Zehen rieb.“ (Abu Dawuud, Tirmidhi und andere. Shaykh Albani sagt Sahih)

Dies war der Ablauf der Gebetswaschung.

Es ist wünschenswert nach der Gebetswaschung folgendes Bittgebet zu sagen: Äsch-hädu än lä ilähä illa-lah wahdähu lä schärikä läh. Wä äsch-hädu än-nä muhammädän ‚abduhu wä rasuluh.

Die Bedeutung von dem Bittgebet ist: ,,Ich bezeuge, dass es keinen Ilah („Gott“) gibt, außer Allah in Seiner Einzigkeit, kein Teilhaber hat Er. Und ich bezeuge, daß Muhammad Sein Diener und sein Gesandter ist.

Beachte:

Du musst die Reihenfolge der Gebetswaschung einhalten, denn Allah hat sie so bestimmt. Du sollst dir für das Waschen eines Körperteils nicht so lange Zeit nehmen, dass das zuvor gewaschene Körperteil trocknet, denn Umar – Allahs Wohlgefallen auf ihm – berichtete: ,,Der Prophet – sall-llahu ‚alaihi wa salam sah einen betenden Mann, der auf seinem Fuß einen trockenen Fleck (so groß wie ein Dirham) hatte. Der Prophet – sallahu ‚alaihi wa salam – wies ihn dazu an, die Gebetswaschung und das Gebet zu wiederholen.” (Sunan Abu Dawud, Hadith Nr.175)

Das dreimalige Waschen jedes Körperteiles (bis auf Ohr und Kopf, welche ein mal gewaschen werden!) stellt eine Sunna dar, d.h. es ist nicht verpflichtend. Einmal ist das mindeste, zwei oder drei mal ist Sunna.

Weiterhin ist zu erwähnen, dass du alles, was verhindern könnte, dass das Wasser deine Haut erreicht (bei der Gebetswaschung), wie zum Beispiel Nagellack oder Ähnliches, vorher entfernen musst. Du sollst wissen, dass die Gebetswaschung so lange gültig ist, bist du etwas machst was sie ungültig macht (siehe: Die Voraussetzung für die Gebetswaschung und was sie ungültig macht).

Und Alles Lob gebührt Allah